Erfurt/Würzburg

Gottesdienstverbote: 19 Prozent der Deutschen hatten „kein richtiges Osterfest“

Für viele ist der Besuch der heiligen Messe fester Bestandteil des Osterfestes. Aufgrund der Corona-Pandemie war dies jedoch nicht möglich. 19 Prozent der Deutschen und 29 Prozent der Katholiken sprechen daher davon, kein richtiges Osterfest erlebt zu haben.

Coronavirus - Heiliggeistkirche
Währen in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen lediglich 15 Prozent angaben, Ostern 2020 sei für sie kein richtiges Fest gewesen, taten dies in der Gruppe der Über-50-Jährigen bereits gut 21 Prozent. Im Bild: die Heiliggeistkirche in München. Foto: Sven Hoppe (dpa)

Für 19 Prozent der Deutschen war Ostern in diesem Jahr ohne Vor-Ort-Gottesdienst kein richtiges Fest. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Gleichzeitig ist demnach eine Mehrheit von 61 Prozent gegenteiliger Meinung.

Je älter, desto höher die Zustimmung

Von den katholischen Befragten gaben 29 Prozent an, dass Ostern 2020 für sie kein richtiges Fest gewesen sei, während sich für 56 Prozent der Katholiken trotz des Verbots öffentlicher Gottesdienste nichts an ihrer Wahrnehmung des Osterfestes änderte. Bei den Protestanten sahen 24 Prozent Ostern in diesem Jahr nicht als richtiges Fest. Am deutlichsten wirkten sich die verbotenen Vor-Ort-Gottesdienste offenbar auf Freikirchler aus: Sie gaben zu 39 Prozent an, dass Ostern 2020 ohne öffentliche Messfeiern kein richtiges Fest gewesen sei.

Die Erhebung, für die 2.054 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 17. und dem 20. April befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Alter auf. Das Ergebnis: Je älter die Befragten, desto eher fehlten ihnen öffentliche Gottesdienste an Ostern. Währen in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen lediglich 15 Prozent angaben, Ostern 2020 sei für sie kein richtiges Fest gewesen, taten dies in der Gruppe der Über-50-Jährigen bereits gut 21 Prozent.

Zustimmung im Westen höher als im Osten

Besonders häufig vermissten offenbar Bürger in Hamburg und Hessen öffentliche Gottesdienste an Ostern (jeweils 26 Prozent). Am wenigsten berührt vom Verbot öffentlicher Gottesdienste scheinen die Bürger Thüringens zu sein (5 Prozent). Grundsätzlich ist der Anteil derjenigen, für die Ostern 2020 kein richtige Fest bedeutete, im Westen Deutschlands höher als im Osten (20 zu 14 Prozent).

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Das Osterfest 2020 ohne Vor-Ort-Gottesdienst war für mich kein richtiges Fest.“

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