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Bischof von Nîmes: Benedikt XVI. hat den Weg geebnet

Frankreichs Bischöfe haben Papst Benedikt „viel zu verdanken“, meint Bischof Nicolas Brouwet. Die Angriffe auf den emeritierten Papst seien schwer zu verstehen.
Frankreichs Bischöfe haben Papst Benedikt „viel zu verdanken“
Foto: dpa | Was heute in der Kirche in Frankreich gegen sexuellen Missbrauch geschehe, sei maßgeblich Benedikt XVI. zu verdanken, so der Bischof von Nîmes.

Als Papst habe Benedikt XVI. mutig den Weg geebnet, eine Methode aufgezeigt und die Bischöfe ermutigt, sich den Missbrauchs-Skandalen zu stellen. Das schreibt der südfranzösische Bischof Nicolas Brouwet in einem Beitrag für „Die Tagespost“. Es sei der klaren Linie des emeritierten Papstes zu verdanken, dass die französischen Bischöfe das nötige Bewusstsein und die Entschlossenheit erlangt hätten, sich konsequent mit der Missbrauchskrise zu befassen. 
Die zahlreichen Worte und Gesten Benedikts XVI. „haben uns französische Bischöfe ermutigt, diesen Fragen ins Auge zu sehen, mit der Ziviljustiz zusammenzuarbeiten, die Schwere des Leidens der Opfer zu erkennen und zu versuchen, sie zu begleiten“, so der Bischof von Nimes.

Benedikt XVI. führte die Nulltoleranz mit Missbrauchstätern ein

Vor diesem Hintergrund falle es in Frankreich schwer, zu verstehen, warum Benedikt XVI. nun wegen seines Umgangs mit Pädo-Kriminalität so hart angegriffen werde. „Er war es doch, der angesichts der Enthüllungen über sexuellen Missbrauch gleich zu Beginn seines Pontifikats das eingeführt hatte, was Kommentatoren sehr schnell als Nulltoleranz für diese von Geistlichen begangenen Verbrechen bezeichnet haben.“ Während seiner Papstreisen habe er immer wieder das Gespräch mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs gesucht und mit ihnen geweint.

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Im Oktober hatte der von einer unabhängigen Kommission im Auftrag der Französischen Bischofskonferenz veröffentlichte Bericht über sexuellen Missbrauch für großes Aufsehen gesorgt. In ihrer Herbstsitzung haben die französischen Bischöfe über einen umfangreichen Maßnahmenkatalog im Umgang mit und der Prävention von sexuellem Missbrauch entschieden. 

Was heute in der Kirche in Frankreich gegen sexuellen Missbrauch geschehe, sei maßgeblich Benedikt XVI. zu verdanken: „Wir hätten dies nicht tun können, wenn Benedikt XVI. nicht mutig den Weg geebnet, eine Methode aufgezeigt und die Episkopate nachdrücklich ermutigt hätte, sich diesen Skandalen zu stellen. Und für all das sind wir ihm zutiefst dankbar“, so Bischof Nicolas Brouwet.  DT/fha

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