Pater Karl, Sie sind im zarten Alter von 18 Jahren in das Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Wienerwald eingetreten. Seit zehn Jahren sind Sie Nationaldirektor von Missio Österreich. Mönch und Missionar: Wie passt das zusammen?
Ich spürte mit 17 Jahren eine Berufung zum Priestertum, wollte aber auch missionarisch sein. Das war eine umwerfende Erfahrung, aber dann hat mich der liebe Gott sehr eindeutig nach Heiligenkreuz geschickt. Ich war früh Pfarrer, nach meiner Promotion wurde ich jung Professor an unserer Hochschule, durfte mit meinem missionarischen Drive als Jugendseelsorger dazu beitragen, dass viele junge Leute zu uns gekommen sind. Da war es schon sehr überraschend, dass man auf die Idee kam, einen Zisterziensermönch, der bis dahin nie in Afrika war, zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich zu machen. Ich wusste, dass ich keine Ahnung habe von der Weltkirche und jetzt hinaus muss.
Seit fast zehn Jahren sind Sie weltweit unterwegs. Hat das Ihr Bild von Weltkirche verändert und geprägt?
Ich lebe in einer völlig neuen Welt und einer völlig neuen Kirche! Meine Hauptarbeit und mein Missionsgebiet sind aber Österreich, denn Weltmission ist ein Antidepressivum für unsere Kirchenfrustration. Dass die Weltkirche im globalen Süden so stark ist und wächst, habe ich vorher nicht gewusst. Das, was mich aufbaut, versuche ich nach Österreich zu bringen und die Menschen zu motivieren, für die Weltkirche zu beten – und natürlich auch zu spenden, damit wir helfen können.
Sie kennen jetzt beide Wirklichkeiten: die afrikanische und die europäische. Da fällt vor allem auf, dass Europa vergreist, während Afrika die höchsten Geburtenraten hat. Spiegelt sich das auch in der Kirche?
Ja, wir sind demografisch bereits seit 50 Jahren auf einem dramatischen absteigenden Ast. Europa repräsentiert nur mehr neun Prozent der Weltbevölkerung, Asien 60 Prozent. Afrika wird in diesem Jahrhundert noch um eine Milliarde Menschen wachsen. Der Kontinent braucht unser Augenmerk, weil wir uns so nahe sind. Es liegt ja nur das Mittelmeer dazwischen. Deshalb muss die Sorge für diese junge, wachsende Kirche uns in Europa ein maximales Anliegen sein.
In Europa ist das Glaubenswissen gering geworden, und auch die Glaubenskraft ist geschwunden. Welche Erfahrung machen Sie diesbezüglich in Afrika?
Schon bevor ich bei Missio war, haben mich in Heiligenkreuz unsere Studenten aus Nigeria beeindruckt: Sie konnten nach drei Monaten Sprachstudium die Phänomenologie von Hegel lesen! Also, ich hoffe, dass ich noch einen schwarzen Papst erlebe. Das Potenzial hätten die! Dann gibt es natürlich auch Traumatisierungen durch den Ahnenkult und magisch-okkulte Dinge wie den Dämonenglauben. Deshalb hat sich das subsaharische Afrika so schnell dem Christentum geöffnet, weil der Glaube an einen erlösenden, liebenden Gott eine echte Befreiung vom Dämonenglauben darstellt. Die Kirche ist stark in Afrika, weil da eine große Freude am Glauben ist, eine Theozentrik und Liebe zum Göttlichen, die uns abhandengekommen ist.
Die Päpstlichen Missionswerke fördern durch Patenschaften die Ausbildung von Priestern. Es gibt in Afrika viele Berufungen. Wir in Europa haben viel zu wenige, also den gegenläufigen Trend.
Wenn man sich in Afrika die Berufungen ansieht, ist die erste Reaktion: Wow! Einfach unglaublich! In Kampala, der Hauptstadt Ugandas, liegen zwei Seminare nur 500 Meter auseinander, und in jedem sind 250 Seminaristen. Ich durfte dort an zwei Tagen die Morgenmesse halten. Missio trägt dazu bei, dass diese Berufungen gefördert werden. Unser Ziel ist es, Afrika zu unterstützen, damit sie sich gut entwickeln können. Denn einmal wird uns Afrika Christus wieder zurückbringen müssen.
In Afrika wächst die Kirche, aber es wächst auch der Islam und seine Radikalisierung. Wie gefährlich ist diese Radikalisierung des Islam für die Christen in Afrika?
Dramatisch gefährlich! Im Jahr 632 starb Mohammed und wenige Jahrzehnte später war ganz Nordafrika, zuvor ein Kerngebiet des Christentums, islamisiert. Äthiopien ist noch ein christliches Land, aber auch hier gibt es eine massive Expansion des Islam. Der Islam ist eine der größten Herausforderungen, weil er davon lebt, sich als letzte und eigentliche Offenbarung zu verstehen, der alles andere untergeordnet wird. Bei uns nimmt man davon wenig zur Kenntnis. Ähnlich ist es mit der ökonomischen Situation in Afrika: Wir nehmen nicht wahr, dass China sich diesen Kontinent zu einem Kolonialraum gemacht hat. Ich war in Nigeria, einem der am stärksten wachsenden Länder mit einem starken Christentum im Süden. Genau durch dieses Land geht die Bruchlinie zwischen dem islamischen Norden und dem subsaharischen, christlichen Afrika. Als ich in Enugu landete, wurde am selben Tag ein Priester von den Fulani erschossen. Ich musste dann unter Polizeischutz weiter. Wir haben eine Bruchlinie des Blutes, die durch Afrika geht, und eine massive Expansionsbewegung von Norden nach Süden, mittlerweile auch von Osten her. Es gab in Afrika auch Länder, wo Christentum und Islam über Jahrhunderte koexistierten. Nigeria ist ein Beispiel, Äthiopien ein anderes. Hier scheint sich der Islam in den letzten Jahrzehnten radikalisiert zu haben, und zwar durch Einflüsse von außen.
Im Islam gibt es verschiedene Ausprägungen. Ein Islamwissenschaftler hat mir geraten, den Koran einfach durchzulesen. Das war für mich wirklich eine „Offenbarung“, weil da wartest du bei diesen 114 Suren, die ja nur der Länge nach geordnet sind, auf irgendwas, aber es kommt nie eine Schlüssigkeit, und deshalb gibt es so viele verschiedene Formen. Der wahhabitische Islam stellt derzeit die größte Bedrohung dar. Saudi-Arabien hat sehr viel Geld. In Madagaskar, wo es derzeit nur acht Prozent Muslime gibt, wird nun neben jeder Kirche eine Moschee gebaut. Im Senegal, der sehr geprägt ist vom Sufismus, einer milden, mystischen und religiösen Form des Islam, wird die traditionelle Harmonie gestört von saudischen Hasspredigern. Dort kommen drei Prozent Katholiken auf 97 Prozent Muslime, aber die Kirche hat 30 Prozent des Bildungswesens. Deshalb gibt es hier eine Hochachtung für die Christen.
Wie überlebt die Kirche angesichts der Radikalisierung des Islam? Und wie kann man ihr helfen?
Man muss den Frieden so lange wie möglich suchen, aber auch durch klares Auftreten dagegenhalten, wo es möglich ist. Es ist unsere größte Sünde hier im Westen, dass wir zu wenig hinter unseren verfolgten und bedrängten Brüdern und Schwestern stehen. Es erweckt hier keine Aufmerksamkeit, wenn im Kongo, wie zuletzt im Sommer 2025, 30 Christen abgeschlachtet werden. Hand aufs Herz: Wann haben Sie zum letzten Mal in einem normalen Sonntagsgottesdienst eine Fürbitte für verfolgte Christen gehört? Wir beten lieber, dass sich das Klima nicht weiter verschlechtern möge. Die Solidarität mit der Weltkirche ist verloren gegangen. Wir sind ein Leib: 2,6 Milliarden getaufte Christen weltweit, davon sind 1,4 Milliarden katholisch. Kein Terrorist, kein Attentäter unterscheidet, ob jemand evangelisch, freikirchlich, orthodox oder katholisch ist. Also vergessen wir nicht unsere Brüder und Schwestern, die umgebracht, bedrängt und diskriminiert werden!
Dazu kommt in manchen Ländern Afrikas erschwerend, dass es keine funktionierende Staatlichkeit gibt, stattdessen Ungerechtigkeit und eine korrupte Politik. Man muss als Europäer aufpassen, weil Europa auch ein Kontinent des Krieges gewesen ist. Aber was sich in Afrika nicht entwickeln konnte, das waren Eliten, die sich loslösen konnten von ihrer Stammeszugehörigkeit. Ein großes Thema, das auch in die Kirche hineinspielt. Afrika hat vielfach rein formale Demokratien, dann auch Diktaturen, die mittels demokratischer Mittel etabliert wurden. Die Korruption ist das Krebsgeschwür Afrikas.
Heute gibt es einen neuen Kolonialismus: Saudi-Arabien ist stark präsent, um eine bestimmte Form des Islam in Afrika zu fördern, China, um Afrikas Rohstoffe auszubeuten, und Russland, um für Geld mit Söldnern Diktaturen zu stabilisieren.
Was die europäischen Kolonialmächte im 19. Jahrhundert angestellt haben, ist grauenhaft. Nur muss man sehen, dass heute die Probleme anderswo liegen. Auffallend ist der Einfluss des Islamismus mit seinem aggressiven Potenzial. Die große Kolonialmacht von heute ist China, die es sehr weise geschafft hat, an Kupfer, Lithium und Kobalt zu gelangen. Die an Rohstoffen reichsten Länder Afrikas sind die Ärmsten, weil sie selbst nichts davon haben, sondern ausgebeutet werden. Das ist für uns relevant, denn wenn China sich alle Rohstoffe gesichert hat, dann beherrscht es die ganze Weltwirtschaft. Peking baut Infrastruktur in Afrika und gibt dafür Kredite, sichert sich damit aber die Schürfrechte an Rohstoffen.
Zur animistischen Schicht in Afrikas Tradition: Gibt es so etwas wie die Heidenangst, über die wir sprichwörtlich immer reden?
Gottesfurcht und Heidenangst sind antagonistische Begriffe: Gottesfurcht meint den Respekt vor einem liebenden Gott, die Ehrfurcht vor einem Gott, der heilig ist und uns zur Heiligkeit beruft. Heidenangst durfte ich in Afrika wirklich erleben, weil Menschen, die keinen lieben Gott kennen, in einer bedrückenden Angst leben und getrieben sind von Aberglauben.
Ist die christliche Verkündigung da eine Botschaft der Freiheit?
Und der Befreiung! Wir haben bei Missio Österreich das Projekt „Hananias“ für Christen, die aus dem Islam kommen und das Christentum als Religion der Freiheit und der Menschenwürde entdecken. Hinter dem Aberglauben, den Geistervorstellungen und Zauberei in Afrika steckt echte Angst.
Sind die Christen fröhlicher in Afrika?
Ja, auf jeden Fall! Auch, weil ihre Befreiung noch jung ist. Da sind ganz junge Kirchen, die kapieren, was es bedeutet, Christ zu sein. Das Entscheidende ist die Botschaft, dass Gott uns nicht im Betonsarg der Endlichkeit verrotten lässt, sondern den Himmel öffnet. Das lässt sie feiern wie im Himmel. Der Vatikan hat etwa die kongolesische Liturgie anerkannt, zu der immer der Tanz dazugehört. Die Mentalität ist wirklich eine andere, und die Freude stärker. Sie drücken die Dankbarkeit für ihren Glauben durch Tanz, Gesang und ostentative Freude aus.
Überwindet das Christentum das Phänomen des Ethnizismus und Tribalismus in Afrika?
Man kann es nur hoffen, sollte aber nicht blauäugig sagen, die Kirche habe schon alles saniert. Das Clan-Denken ist sehr stark. Aber wir sind ein Global Player der Nächstenliebe, wo Rasse, Nation, Hautfarbe keine Rolle spielen. Das Christentum wäre die Therapie gegen alles. Denken Sie an den furchtbaren Genozid in Ruanda. Die Kirche ist ganz stark in der Versöhnungsarbeit, und wir unterstützen das sehr. Die Kirche ist das Instrument, das Christus ausgeschickt hat in der Kraft des Heiligen Geistes und mit dem Instrument der Sakramente, diese Versöhnung untereinander zu wirken.
Wie dringend braucht Afrika die christliche Soziallehre?
Sie ist schon sehr stark da! Der Staat möchte eigentlich, dass wir als spendenbegünstigte Organisation nur Soziales machen, aber ich meine, dass die beste Investition in ein soziales Afrika die Investition in die Priesterausbildung wäre. Ich habe keinen Pfarrer in Afrika erlebt, der nicht alles tut, um Schulen, Kindergärten, Mikrokredite für Witwen und die Pensionsvorsorge zu fördern. Hier passt kein Blatt zwischen priesterliche Frömmigkeit und karitativ-soziales Engagement. Wir sagen zugleich allen Bischöfen in Afrika, sie müssen sich selbstständig machen. Wir fördern Projekte der Nachhaltigkeit, weil die Spendentöpfe aus Europa versiegen werden.
In Afrika funktionieren viele Staaten kaum. Jeder weiß, dass sich jene, die an die Macht kommen, bereichern. Welche Erfahrungen machen Sie da bei Ihren Reisen oder mit Ihren Projektpartnern?
Im Kleinen erlebt man Korruption natürlich überall. Die kirchlichen Hilfsorganisationen haben den Vorteil, dass unsere Partner das höchste Maß an Ehrlichkeit haben. Aber es ist natürlich eine gewisse Klugheit notwendig. Wenn die Kirche etwa in Pakistan nicht mitmachen würde bei dem, was üblich ist, könnte sie gar nichts machen. Die Kirche ist gewiss die am wenigsten korrupte Kraft, die es in den Ländern Afrikas gibt.
Haben die europäischen Kolonialmächte in Afrika zwar politische Systeme etabliert, aber zu wenig politisches Ethos gebracht?
Wir haben eine geschichtliche Pflicht, Afrika in besonderer Weise zu helfen, weil es ein Kontinent ist, den wir ausgebeutet haben. Unser Wohlstand, den wir jetzt haben, ist auch die Folge einer Geschichte von Sünden, die wir anderen Völkern angetan haben. Die Grenzziehungen etwa, die man vorgenommen hat, sind völlig willkürlich. Das sind schwere Sünden – und Afrika büßt dafür. In Afrika gibt es den Spruch: Wer eine Schule öffnet, schließt ein Gefängnis. Heute müsste man politisch unkorrekt dazu sagen: Wer eine Schule öffnet, der verhindert ein Flüchtlingsboot. Jede Hilfe vor Ort ist eine Hilfe zur Selbsthilfe und nützt letztlich auch Europa.
Hat die europäische Kirche, die so reich ist an Erfahrung, den jungen Kirchen Afrikas noch etwas zu geben?
Ja, ich glaube einfach die ruhige Gelassenheit und auch etwas, was ich als Skeletthaftigkeit bezeichnen würde. In Afrika erlebe ich eine lebendige Dynamik, es wird getanzt, es gibt charismatische Gottesdienste, da sind Massen von Kindern. Was dort vielfach fehlt, ist die Struktur, bis hinein in die pastoralen Bereiche. Hier leiden wir darunter, dass wir fast nur mehr Skelett haben, aber das Fleisch praktisch weg ist. Dort haben sie viel Fleisch, aber es fehlt noch die Struktur.
Hätten wir nicht auch einen großen Schatz theologischer Bildung?
Afrika hat einen riesigen Hunger danach! Ich bin immer wieder erstaunt, wie intelligent die Studenten sind, die aus Tansania, Nigeria und Mosambik kommen. Wir sind in Europa aber in einer großen Gotteskrise. Der Respekt vor dem Gott, der sich in Jesus Christus offenbart, fehlt uns. Von den Afrikanern können wir lernen, hochintelligent zu sein, aber trotzdem vor dem Allerheiligsten zu knien, den Rosenkranz zu beten und sich nicht zu genieren.
Ist die afrikanische Kirche also eine Zukunftshoffnung für die Weltkirche insgesamt?
Ja, und ich glaube, dass Gott da auch gerade etwas inszeniert, indem er diese Kirche jetzt so stärkt, denn sie hat auch das Potenzial, missionarisch nach außen zu gehen. Ich habe afrikanische Priester schon in Myanmar und Pakistan getroffen. Wir haben bei uns viele Priester aus Afrika und Indien, aber die werden oft nur als Notnagel eingesetzt und kommen dann wieder in diese europäische Struktur, wo ihnen der Zahn gezogen wird und sie ihren Spirit verlieren. Ja, wir brauchen Mission aus Afrika, aber echte Mission. Es wäre schön, wenn sich in Afrika Missionskongregationen bilden würden für die Missionierung unserer alten, ehemals christlichen Länder.
In manchen Landesteilen afrikanischer Staaten gibt es viele Berufungen, aber in anderen zeitgleich einen eklatanten Priestermangel. Etwa in Nigeria, wo es im Süden sehr viele Berufungen gibt, so dass nigerianische Priester in die Mission gehen, während im Norden, der mehrheitlich muslimisch ist, so ein Priestermangel herrscht, dass manche Dörfer nur einmal im Monat einen Priester sehen. Wie schätzen Sie die Lage und Rolle der Laien in Afrikas Kirche ein?
Man ist überwältigt von der hohen Zahl an Berufungen, wenn man die Priesterseminare in Ruanda oder Nigeria gesehen hat. Doch die Kirche in Afrika ist eine von Laien getragene Kirche. Wir haben dort eine andere Form von Laientum, die sich bei uns nicht entwickelt hat und vielleicht auch nicht entwickeln konnte. Es ist uns zu wenig bewusst, dass Europa nach wie vor die größte Priesterdichte weltweit hat. In Afrika ist der Laie nicht konzipiert als Ersatz für den Priester.

Warum ist das Selbstverständnis dieser Katechisten so anders als das Selbstverständnis vieler engagierter Laien in Europa?
Wir kannten das in Europa über Jahrhunderte nicht anders. Wir haben hervorragende Religionslehrer und tolle Laien. Trotzdem diskutiert man immer über die sieben Quadratmeter um den Altar herum, wer dort steht und welche Dienste macht. Aber wir brauchen ein missionarisches Laientum! Papst Franziskus hat gesagt, Laien könnten manchmal klerikalistischer sein als Priester.
Wir haben uns in Europa mit dem Schrumpfen der Kirche und des Glaubens irgendwie abgefunden. Ist demgegenüber die Kirche in Afrika voll Wachstum und Aufbruch?
Ja, wir wissen, dass wir schrumpfen und weniger werden, aber wir tun genau das Gegenteil von dem, was zu Wachstum führt. Wir betreuen unsere Palliativstationen unfruchtbarer Einrichtungen und fördern zu wenig das, was jung ist in der Kirche. Afrika hat eine Fläche, die fast so groß ist wie die des Mondes, aber es ist geteilt in ein islamisches Nordafrika und ein christliches südliches Afrika. Ja, Afrika ist ein Kontinent des Wachstums! Und die Kirche wird hier weiter wachsen. Sie hat in einigen Staaten eine kraftvolle Stimme, etwa im Kongo, wo die Bischöfe massiv gegen die politische Korruption auftreten. Zudem gibt es viele Berufungen. Die Kirche Afrikas könnte unsere Retterin in den materialistischen Ländern Europas sein. Aber die Priester aus Afrika sollen hier nicht nur Lückenbüßer sein, sondern als Afrikaner zu uns kommen – mit ihrem Spirit, ihrer Gläubigkeit, ihrer Liebe zu Jesus.
Wird die Kirche insgesamt afrikanischer?
Ja, sie wird afrikanischer. Wir schauen gar nicht hin auf eine Kirche, wo es neben jeder Hauptkirche eine Kapelle gibt für die eucharistische Anbetung und das Priestertum von allen geschätzt wird. Wir schmoren weiter in unserem eigenen Saft, und die Lückenbüßer holen wir uns aus Afrika und Indien. So funktioniert das nicht!
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