Italienisches Bistum will Laien für Begräbnisfeiern schulen

Aufgrund des Priestermangels will das Bistum Bozen-Brixen Kurse zur Leitung von Begräbnisfeiern durch Laien anbieten. Das Interesse sei hoch, die Zahl der Teilnehmer solle jedoch beim ersten Kurs auf 25 beschränkt werden.

Katholische Bestattung
Tragende Rolle für Laien? Das Bistum Bozen-Brixen bietet Kurse zur Leitung von Begräbnisfeiern an. Foto: Federico Gambarini/do/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: A3730/_Federico Gambarini (do)

Das Südtiroler Bistum Bozen-Brixen will 2018 erstmals Kurse zur Leitung von Begräbnisfeiern durch Laien anbieten. Nach Angaben des Bistums wäre dies "die erste Ausbildung zur Leitung von Begräbnisfeiern in Italien, die nicht nur Diakone, sondern auch Laien (Frauen und Männer) zur Leitung" befähigt. Stefan Huber, Referent für Liturgie des Bistums, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (Montag), entsprechende Kurse könnten frühestens im Herbst 2018 an der Philosphisch-Theologischen Hochschule in Brixen starten.

Das Interesse sei hoch, die Zahl der Teilnehmer solle jedoch beim ersten Kurs auf 25 beschränkt werden. Aufgrund des Priestermangels drängten auch viele Pfarrer auf einen baldigen Beginn der Ausbildung. In den Pfarreien und in der Diözese gebe es ein "starkes Bewusstsein" für die Problematik. "Es wird in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein, jedes Begräbnis unter der Leitung eines Priesters zu halten", so Huber. Einzelne Pfarrer hätten in den ländlichen Gegenden mehr als zehn Pfarreien zu betreuen; die Pfarreien in den Städten seien groß und es gebe viele Begräbnisse, der Bedarf sei also hoch.

In Deutschland werden in vielen Gemeinden bereits seit längerem Laien als Begräbnisleiter eingesetzt; die Regelung ist jedoch von Bistum zu Bistum unterschiedlich. Möglich macht dies ein Schreiben der vatikanischen Gottesdienstkongregation aus dem Jahr 1973, das damit einen Wunsch der deutschen Bischöfe aufnahm. Auch in Österreich sind Begräbnisfeiern unter liturgischer Leitung von Laien inzwischen Praxis. Die Möglichkeit dazu besteht nach Angaben der Schweizer Bischofskonferenz auch in der Deutsch-Schweiz.

KNA / jbj