Bischöfe debattieren über Kommunion für Nicht-Katholiken

Die 27 deutschen Ortsbischöfe beschäftigen sich heute in Würzburg mit einer möglichen Öffnung der Kommunion für nicht-katholische Ehepartner in Einzelfällen.

Kommunion
Ein Priester spendet die Kommunion am 1. März 2017 in der Kirche Saint-Jean-Baptiste de Belleville in Paris. Foto: Corinne Simon (KNA)

Die Debatte in der katholischen Kirche über eine Öffnung der Kommunion für nicht-katholische Ehepartner in Einzelfällen beschäftigt an diesem Montag die 27 deutschen Ortsbischöfe. Der sogenannte Ständige Rat kommt im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammen.
In der Auseinandersetzung geht es um einen vor zwei Monaten bei der Vollversammlung in Ingolstadt mit mehr als Zwei-Drittel-Mehrheit gefassten Beschluss der Bischofskonferenz; er empfiehlt unter bestimmten Bedingungen die Zulassung nicht-katholischer Ehepartner zum Sakrament der Eucharistie.
Sieben Bischöfe mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki an der Spitze hatten daraufhin die zuständigen Vatikanbehörden um Klärung der Frage gebeten, ob eine solche Regelung von einer einzelnen Bischofskonferenz beschlossen werden kann. Der Konferenz-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, äußerte sich befremdet über die Nachfrage in Rom.

Einige Tage später wurde bekannt, dass Papst Franziskus die Kardinäle Marx und Woelki sowie den Münsteraner Bischof Felix Genn zu einer Aussprache nach Rom eingeladen habe. In Vatikankreisen heißt es dazu, das Vorgehen von Marx, der die Öffnung zunächst ohne vorherige Absprache mit dem Päpstlichen Einheitsrat sowie ohne hinreichende Einmütigkeit in der Bischofskonferenz vorangebracht habe, sei erklärungsbedürftig. Kritisch bewertet wird vor allem Marxens These, die Kommunion für nichtkatholische Ehepartner sei keine dogmatische Frage und deshalb erübrige sich eine Bestätigung aus Rom. Die Zitation nach Rom allein zeige schon, dass sein Ansatz falsch war, heißt es in Kurienkreisen.

DT/KNA