Nein, Homeschooling soll erlaubt werden!

Andreas Thonhauser, Direktor für Kommunikation in Europa von ADF International, hält das Wort „Heimunterricht“ für falsch.

Andreas Thonhauser: Homeschooling sollte erlaubt werden
Andreas Thonhauser meint, Homeschooling sollte erlaubt werden Foto: Bernd Wüstneck (dpa)

Andreas Thonhauser, Direktor für Kommunikation in Europa von ADF International, hält das Wort „Heimunterricht“ für eine Irreführung: „Dass der Unterricht nämlich ausschließlich zu Hause stattfindet, stimmt für die meisten Homeschooler nicht. Vielmehr wird das gesamte Umfeld eines Kindes in den Unterricht einbezogen: von Eltern über Freunde, außenstehende Experten, Museen, technische Anlagen, Reisen, Veranstaltungen, Konzerte, Vernissagen, Sport, bis hin zu religiösem Programm.“

Fähigkeiten der Schüler können beim Homeschooling besser entwickelt werden

Für Thonhauser können die besonderen Fähigkeiten der Schüler besser beim Homeschooling entwickelt werden. „Zusätzlich müssen wir die unterschiedlich ausgeprägte Sprachkompetenz von Schülern in Betracht ziehen. Kinder mit Migrationshintergrund brauchen selbstverständlich mehr Sprachförderung. Je individualisierter also der Unterricht gestaltet ist, je stärker die Lehrperson auf den einzelnen Schüler, seine Stärken und Schwächen eingeht, desto eher findet eine optimale Förderung statt.“

Thonhauser: Parallelgesellschaften existieren, ob Homeschooling erlaubt ist oder nicht

Auch auf das Lerntempo könne man beim Homeschooling besser eingehen, und der Lernfortschritt kann regelmäßig überprüft werden. „Dann wäre da noch der soziale Aspekt. Im Fall der Homeschooling Familie Wunderlich wagten deutsche Gerichte, von der Gefahr von Parallelgesellschaften zu sprechen. Tatsache ist, dass Parallelgesellschaften ohnedies existieren, wie die Terroranschläge in Deutschland traurig dokumentieren, ob nun Homeschooling erlaubt ist oder nicht. Außerdem ist gerade in der Schule das soziale Umfeld unnatürlich. Nie wieder verbringen wir soviel Zeit mit Gleichaltrigen.“ Homeschooling sei auch eine Freiheit gegenüber dem Staat, besonders wenn er ideologisch wie beim Sexualkundeunterricht aufgestellt ist.

Welche Argumente Andreas Thonhauser weiterhin vorbringt und was die Argumente der Gegenposition sind, erfahren Sie im „Pro und Contra“ in der Ausgabe der „Tagespost“ vom 17. Januar 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT (jobo)