Wien

Europa: Für ein toleranteres Miteinander

Eine Mobilisierung der Sinnesressourcen, „damit die europäische Gesellschaft in ihrer Vielfalt eine gemeinsame politische und soziale Ebene findet“, fordert Otto Neubauer, Leiter der "Akademie für Evangelisation" in Wien.

Was Europa heute nötig hat
Schon viel zu lange bezeichneten große Denker Europa als einen Kontinent, dem die Lebensfreude abhanden gekommen sei, beklagt Otto Neubauer. Foto: Jens Kalaene (ZB)

Otto Neubauer, der Leiter der „Akademie für Evangelisation“ in Wien, fordert dazu auf, die „verwirrend neue Vielfalt in einem zunehmend zerrissenen Europa“ als Chance zu begreifen, Schritte für ein toleranteres Miteinander mit größerem Engagement zu setzen.

Von der konstantinischen zur "Benediktinischen Wende"

Es scheine, als wolle die katholische Kirche in Europa eine lange Ära beenden und von der „Konstantinischen Wende“ zu einer „Benediktinischen Wende“ überleiten, schreibt Neubauer in einem Beitrag für die „Tagespost“. „Kaiser Konstantin hat eine Geschichte gegenseitiger Umklammerung von Staat und Kirche eingeleitet, die nicht selten zur gegenseitigen Instrumentalisierung führte.“ Papst Benedikt XVI. habe bei seinem Deutschlandbesuch 2011 die Wende eingeleitet.

Das Verlieren der Vorrangstellung einer Religion in Staat und Gesellschaft könne ein Glück sein, so Neubauer weiter. „Die Allianz mit der Macht hat die universale christliche Mission zu oft zu Eroberung und damit zu Bemächtigung der Freiheit geführt.“

Überforderung, Leben anzunehmen und Kinder zu zeugen

Nicht selten werde Europa heute so gekennzeichnet: „Die wachsende Sorge um sich selbst, um eigenes Weiterkommen und persönliche Entfaltung begegnet einer gleichzeitigen Überforderung, Leben anzunehmen und des Willens, Kinder zu zeugen“, schreibt der Leiter der „Akademie für Evangelisation“. Schon viel zu lange bezeichneten große Denker Europa als einen Kontinent, dem die Lebensfreude abhanden gekommen sei.

Gerade im zunehmend zerrissenen Europa ohne klare Wegweiser sei jedoch eine neue Mobilisierung der Sinnesressourcen nötig. „Diese gilt es zusammenzutragen, damit die europäische Gesellschaft in ihrer Vielfalt eine gemeinsame politische und soziale Ebene findet“, mein Neubauer.

Wie Papst Benedikt XVI. die Wende weg von einer Umklammerung von Staat und Kirche einleitete, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 28. März 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT