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Vietnam: Menschenrechtsanwalt verurteilt

Der Menschenrechtsanwalt Nguyen Van Dai ist von einem Gericht in Hanoi zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Die Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött und missio Aachen hatten sich für seine Freilassung eingesetzt.
Proteste in Vietnam gegen geplantes Internet-Gesetz
Foto: dpa | Dem Freiheitswunsch vieler Vietnamesen geben besonders die regimekritischen Blogger Nahrung.

Wieder kommt ein Mensch in Vietnam ins Gefängnis, weil er Menschenrechte in Anspruch nimmt oder ihre Inanspruchnahme verteidigt. Diesmal trifft es den prominenten Menschenrechtsanwalt Nguyen Van Dai. Er wurde von einem Gericht in Hanoi zu 15 Jahren Haft verurteilt, wie AsiaNews berichtet.

Gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött und missio Aachen startete die Menschenrechtsorganisation VETO! vor einem Jahr eine Solidaritätsaktion zur Freilassung Nguyen Van Dais. „Der mutige Jurist hat Christen und Angehörige anderer Minderheiten vor Gericht in Vietnam verteidigt und für die gefährdeten Menschenrechte in seiner Heimat gekämpft, jetzt braucht er selbst Unterstützung“, sagte damals missio-Präsident Prälat Klaus Krämer.

Geholfen hat es nichts. Und Nguyen Van Dai ist kein Einzelfall. Human Rights Watch spricht von derzeit 129 politischen Häftlingen in Vietnam, die wegen Kritik an dem kommunistischen Regime eingesperrt sind, darunter zahlreiche katholische Blogger und Aktivisten. Das Land liegt auf Rang 18 des aktuellen „Open Doors-Weltverfolgungsindex 2018“.

AsiaNews / DT (Josef Bordat)

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Marie-Luise Dött

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