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Syriens Christen ringen ums Überleben

Einst Wiege der Kirche, wurde das kulturell und spirituell reiche Land ab 2011 zum Spielball vieler Mächte.
Zerstörungen in der Stadt Ahsem nahe Idlib
Foto: IMAGO/Rami Alsayed (www.imago-images.de) | Zerstörungen in der syrischen Stadt Ahsem nahe Idlib. Die durch Krieg, Terror und ethnische Säuberungen dezimierten und völlig verarmten Christen Syriens ringen ums Überleben.

Das moderne Syrien zeigte sich lange stolz darauf, eine Heimat aller „himmlischen Religionen“ zu sein, womit neben dem Islam das Judentum und das Christentum gemeint sind. Vor dem blutigen Krieg, der 2011 im sogenannten „Arabischen Frühling“ begann und nie nur ein Bürgerkrieg war, gab es hier ein friedliches Nebeneinander von Christen und Muslimen. Als „Symphonie mit sehr viel Harmonie“ und „Treffpunkt der Kulturen“ bezeichnete der frühere melkitische Patriarch Gregorios III. Laham seine Heimat gerne.

Nicht alle wollen nach Europa

Heute ringen die durch Krieg, Terror und ethnische Säuberungen dezimierten, durch das allgemeine Elend und die Wirtschaftssanktionen völlig verarmten Christen Syriens ums Überleben. Und dennoch wollen nicht alle nach Europa. Der Reporter Christoph Lehermayr hat jene Christen von Aleppo besucht und in ihrer weitgehend zerstörten Stadt begleitet, die sich in der eigenen Heimat eine neue Zukunft aufbauen. Lehermayr schildert Aleppo als einstmals wohlhabende Stadt, Handelszentrum und Weltkulturerbe, als Ort, an dem Muslime und Christen friedlich nebeneinander lebten, wo Moscheen neben Kirchen standen.

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Doch hochgerüstet durch ihre Gönner in Saudi-Arabien, Katar und der Türkei, strömten Dschihadisten aus der ganzen Welt zum „Heiligen Krieg“ nach Syrien. „In Aleppo verschanzten sie sich in den uralten Gängen des gewaltigen Basars, verminten den Souk, die Karawansereien und nahmen die Zitadelle ins Visier, die Assads Armee hielt. Aleppo fiel in vier Jahre der Belagerung, konnte nur noch über Schleichwege versorgt werden, wurde von der Armee und deren russischen Verbündeten aus der Luft bombardiert und von Islamisten am Boden terrorisiert“, schildert unser Autor in seiner Reportage. 31.000 Menschen starben. Übrig blieb ein staubiges Meer aus Trümmern. „Ein Stalingrad unserer Zeit.“ Doch Lehermayr hat in Aleppo auch jene jungen Christen aufgestöbert, die nicht aufgeben und aus dem Glauben heraus den Wiederaufbau wagen.  DT/sba

Lesen Sie unsere Reportage aus Aleppo, einen Bericht aus dem kurdisch besiedelten Norden Syriens sowie eine historische Einordnung in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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