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Peter Gauweiler: Benedikt XVI. ist eine Ausnahmeerscheinung

Joseph Ratzinger sei unter den lebenden Deutschen der bedeutendste, meint der CSU-Politiker und Protestant. Seine Gegner würden „ihn hassen, um nicht an sich selbst zu verzweifeln“.
Peter Gauweiler, CSU-Politiker
Foto: Sven Hoppe (dpa)

Als „Ausnahmeerscheinung“ hat der CSU-Politiker Peter Gauweiler den emeritierten Papst Benedikt XVI. bezeichnet. Angesichts der anhaltenden medialen Kritik an Benedikt wegen seines Verhaltens im Umgang mit sexuellen Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche verteidigt der Protestant Gauweiler den emeritierten Papst in einem Gastbeitrag für die Tagespost. Joseph Ratzinger sei unter den lebenden Deutschen der bedeutendste.

Brückenbauer – zwischen Menschen, Völkern und Religionen

Der langjährige stellvertretende CSU-Vorsitzende schreibt, auch in persönlichen Begegnungen habe er Benedikt als jemanden kennengelernt, „dem das Wohl der Menschen nicht nur am Herzen liegt, sondern Beruf und Berufung zugleich ist“. Der emeritierte Papst sei „Brückenbauer – zwischen Menschen, Völkern und Religionen“. Gauweiler nennt Benedikt zudem einen „weißen Revolutionär, den seine Gegner hassen, um nicht an sich selbst zu verzweifeln“.

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Den Tendenzen im „fortschrittlichen Bereich“ der Gesellschaft in den 1970er Jahren, insbesondere unter Grünen und Linksliberalen, Straffreiheit für pädophile Handlungen zu fordern, sei Joseph Ratzinger nach seiner Berufung in die römische Kurie im Jahr 1982 entgegengetreten.

Kritik am Münchner Gutachten

Zudem übt der 72-jährige Gauweiler Kritik am Münchner Missbrauchsgutachten, das Mitte Januar von der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) vorgestellt worden war. Ohne Gegenprüfung durch Dritte und trotz eingestandenem „lückenhaften Aktenmaterial“, aber mit kirchenamtlicher Billigung habe die Kanzlei ein „Konvolut von über 1.800 Seiten“ geboten, das als finale Bestätigung dessen aufgegriffen worden sei, was man schon lange vermutet habe: „dass nämlich der Altherren-Verein katholische Kirche schrecklichste Straftaten bewusst und ohne Rücksicht auf Verluste vertuscht hat, um die eigenen Reihen und die Institution Kirche zu schützen“. 

Gauweiler bemängelt zudem, von der Kanzlei seien „Anklagen und Urteile aus einer Hand“ geliefert worden. „Das hätte eine rechtsstaatlich verfasste Körperschaft als Mandantin niemals gestatten dürfen und war ein Missbrauch des Missbrauchs.“  DT/mlu

Lesen Sie den ausführlichen Gastbeitrag des CSU-Politikers Peter Gauweiler in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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