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Papst Franziskus: „Kein Krieg, keine Angriffe mehr“

Nach dem iranischen Luftangriff appellierte der Papst „keine Maßnahmen zu ergreifen, die eine Gewaltspirale in Gang setzen“ und sich „auf die Seite des Friedens“ zu stellen.
Regina coeli
Foto: IMAGO/IPA/ABACA (www.imago-images.de) | Beim sonntäglichen Regina caeli forderte der Papst zum Frieden im Nahen Osten auf.

Papst Franziskus hat nach dem iranischen Angriff auf Israel vor dem Eskalieren des Konfliktes gewarnt und alle Parteien dazu aufgerufen, auf Frieden hinzuwirken.

Nach dem sonntäglichen Mittagsgebet nahm er Bezug auf die Raketen- und Drohnenangriffe der vorhergehenden Nacht: „Ich appelliere eindringlich, keine Maßnahmen zu ergreifen, die eine Gewaltspirale in Gang setzen und den Nahen Osten in einen noch größeren kriegerischen Konflikt hineinziehen könnten“, zitierte „Vatican News“ den Heiligen Vater.

„Niemand sollte die Existenz eines anderen bedrohen“

Er habe die jüngsten Nachrichten aus dem Nahen Osten im „im Gebet, mit Sorge und auch Trauer“ verfolgt. „Alle Nationen“ rief er dazu auf, sich „auf die Seite des Friedens“ zu stellen und künftige Eskalation vorzubeugen, so der Papst, es dürfe „keine Angriffe mehr“ geben.

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Um ein friedliches Zusammenleben in der Region zu ermöglichen, mahnte er auf eine  Zweistaatenlösung hinzuwirken. Darauf hätten beide Völker ein Recht, bemerkte Papst Franziskus und erklärte laut „Vatican News“: „Niemand sollte die Existenz eines anderen bedrohen. Alle Nationen sollten sich stattdessen auf die Seite des Friedens stellen und den Israelis und Palästinensern helfen, in zwei Staaten, nebeneinander, in Sicherheit zu leben. Das ist ihr tiefer und legitimer Wunsch und ihr Recht. Zwei benachbarte Staaten.“

Verhandlungen mit Entschlossenheit

Daher brauche es laut dem Papst auch einen Waffenstillstand im Gazastreifen, zu dem er erneut aufrief. Ebenso forderte er die Freilassung der immer noch inhaftierten israelischen Hamas-Geiseln, humanitäre Unterstützung für die hungernde Bevölkerung vor Ort sowie Friedensgespräche zwischen den Kriegsparteien. Dazu bemerkte er: „In Gaza sollte bald ein Waffenstillstand erreicht und der Weg der Verhandlungen beschritten werden, Verhandlungen mit Entschlossenheit!“

An die Gläubigen richtete er die Bitte: „Lasst uns für den Frieden beten. Kein Krieg mehr, keine Angriffe, keine Gewalt mehr. Lasst Dialog und Frieden herrschen!“ 

Iran pocht auf Selbstverteidigung: „Notwendig und verhältnismäßig“

Israels Regierung hat nach dem beispiellosen Angriff des Irans noch keine militärische Reaktion geplant. Wie die „Times of Israel“ berichtet, sei nach einer dreistündigen Beratung am Sonntagnachmittag keine Entscheidung über einen Vergeltungsschlag gefallen: Israels Vertreter bei den Vereinten Nationen, Gilad Erdan, sagte bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York: Der Iran habe „jede rote Linie überschritten“, daher habe sein Land nun wiederum das Recht, Vergeltung zu üben, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Gleichzeitig berief sich auch der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani auf das Selbstverteidigungsrecht der Islamischen Republik: „Diese Aktionen waren notwendig und verhältnismäßig.“ In der Nacht auf Sonntag hatte der Iran erstmals in der Geschichte seinen erklärten Erzfeind Israel direkt angegriffen, so die dpa. Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte berichteten von knapp 300 Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern, von denen fast alle erfolgreich abgefangen werden konnten, so die dpa. Aus dem Iran stellte man den direkten Angriff als ein Vergeltungsschlag für die Tötung zweier Brigadegeneräle dar, die am 1. April bei einem mutmaßlich israelischen Luftangriff auf das iranische Botschaftsgelände in Syriens Hauptstadt Damaskus starben. DT/jmo

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