Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kiew

Ökologische Katastrophe und Sünde gegen Gott

Ukrainischer Großerzbischof sieht in der Zerstörung des Kachowka-Staudamms ein weiteres russisches Kriegsverbrechen.
Großerzbischof Schewtschuk
Foto: IMAGO/Yevhen Kotenko (www.imago-images.de) | Großerzbischof Schewtschuk forderte die internationale Gemeinschaft auf, „diese Terrorakte des russischen Aggressors zu verurteilen und angemessen darauf zu reagieren“.

Russland setze mit der Zerstörung des Wasserkraftwerks Kachowka in der Region Cherson seine „genozidale Aggression gegen die Ukraine“ fort. Das erklärte am Dienstag das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk. Die Zerstörung des Wasserkraftwerks sei „ein weiteres Kriegsverbrechen, eine schreckliche ökologische Katastrophe und eine Sünde gegen Gott, den Schöpfer“.

Tausende Menschen in Lebensgefahr

Tausende Menschen seien durch die Sprengung jetzt in Lebensgefahr. Zudem stelle ein rasches Sinken des Wasserspiegels im Kachowka-Stausee eine ernste Gefahr für das Atomkraftwerk Saporischschija dar.

Lesen Sie auch:

Großerzbischof Schewtschuk forderte die internationale Gemeinschaft auf, „diese Terrorakte des russischen Aggressors zu verurteilen und angemessen darauf zu reagieren“. Er bete für alle Menschen, deren Leben jetzt in Gefahr ist und für die Weisheit und den Mut der ukrainischen Hilfsdienste, die derzeit die Zivilbevölkerung evakuieren.

Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak sieht in der Sprengung des Kachowka-Staudamms einen Versuch Russlands, ein Ende des Krieges hinauszuzögern. Russland beabsichtige, unüberwindbare Hindernisse für die geplante ukrainische Großoffensive zu schaffen, schrieb er auf Twitter. „Auf einem riesigen Territorium wird alles Leben zerstört.“ Russland solle international als Terrorstaat eingestuft werden.  DT/sba

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Kriegsverbrechen

Weitere Artikel

Laut Papst Leo XIV. ist die Theorie des „gerechten Krieges“ veraltet. Doch die Lehre vom „bellum iustum“ war jahrhundertelang katholische Doktrin. Hat sich die unfehlbare Kirche geirrt?
19.06.2026, 19 Uhr
Sebastian Ostritsch
Das erste Triduum mit Leo XIV. stand im Zeichen der Leiden dieser Welt, mündete aber in die Osterfreude über den Weg Gottes mit seinem Volk.
06.04.2026, 16 Uhr
Guido Horst

Kirche

Ein Gespräch mit Pater Matthias Gaudron von der Priesterbruderschaft St. Pius X. und Pater Sven Leo Conrad von der Petrusbruderschaft über das, was Traditionalisten trennt und eint.
01.07.2026, 17 Uhr
Regina Einig Benjamin Leven
Die Kirche in Vietnam wächst und sie bekommt wieder einen Seligen: Den Märtyrer Franz Xaver Truong Buu Diep.
02.07.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Nach der Hochmesse kommen Blitz und Donner: Die Piusbrüder weihen in Écône vier neue Bischöfe. Unser Autor ist bei der Zeremonie zwischen Aprikosenplantagen und Starkstrommasten dabei.
01.07.2026, 16 Uhr
Alexander von Schönburg
Bei einer Podiumsdiskussion in der Konrad-Adenauer-Stiftung sprechen führende Kirchenvertreter aus der Ukraine über Glaube im Krieg und eine möglich Aussöhnung mit Russland.
30.06.2026, 17 Uhr
Michael Leh