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Moraltheologe: Europa treibt sich ab

Der Beschluss von Frankreichs Parlamentariern, eine „Freiheit zur Abtreibung“ in die Verfassung aufzunehmen, fördert den Niedergang Europas.
Der Eiffelturm wird feierlich bestrahlt
Foto: IMAGO/Vincent Isore (www.imago-images.de) | Der Eiffelturm wird nach der Abstimmung feierlich bestrahlt, die Mehrheit jubelt über den neuen Zusatz in der französischen Verfassung.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron verkündete am 4. März 2024 zum beschlossenen Recht auf Abtreibung, dieser Erfolg sei „Frankreichs Stolz“ und eine „universelle Botschaft“. Auf das Versagen einer Nation stolz zu sein, die jedes Jahr zusieht, wie über 200.000 Kinder im Mutterleib getötet werden, ist eigentlich schon pathologisch. 

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Diese „Errungenschaft“ einer „Freiheit zur Abtreibung“ als „universelle Botschaft“ anzupreisen, verheißt viel Schlimmes, ist Staatspräsident Macron doch einer der mächtigsten Lenker der EU und der Geschicke der Welt. Wer so auf das Leben tritt, dem muss man leider alles zutrauen. Natürlich ist der Präsident nicht alleine dafür verantwortlich – und von daher ist es umso bedenklicher und schlimmer. 

Weiterer Schritt auf dem Weg der demographischen Katastrophe

Nach 1789 ist nun also ein weiterer „Meilenstein für die Menschenrechte“ – so soll man es verstehen und so wird es offiziell gedeutet – gesetzt worden. Für jeden, der die fundamentalen Menschenrechte wirklich wertschätzt und vielleicht zusätzlich noch ein christliches Menschenbild hat, ist dieser neugesetzte Meilenstein ein weiterer Schritt auf dem Wege der demographischen Katastrophe und moralischen Dekadenz Europas und der westlichen Welt.

Der Eiffelturm wird seit gestern feierlich bestrahlt, die Mehrheit jubelt über den neuen Zusatz in der französischen Verfassung. Pro-Choice-Lobbygruppen haben sich am Denkmal der Menschenrechte (Monument des Droits de l’Homme et du citoyen) versammelt und feiern den politischen Beschluss als humanen Fortschritt. Perverser geht es kaum noch. 

Gnadenloser Verstoß gegen ein fundamentales Menschenrecht

Das sagt viel über Frankreich, das sagt viel über Europa. Das Land, das vor rund 230 Jahren gegen den royalen Absolutismus rebellierte und wichtige Bürgerrechte für sich und indirekt für die ganze Welt durchsetzte, aber dabei auch massenhaft Köpfe rollen ließ für die neue Staatsraison, feiert nun tragischerweise die verfassungsmäßig verankerte Möglichkeit von Eltern, ihr eigenes Kind vor der Geburt zu töten.

Dass so „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ verstanden wird und der gnadenlose Verstoß gegen ein fundamentales Menschenrecht – wie es die Abtreibung zweifelsfrei ist – eine globale Botschaft für alle Nationen und Menschen sein soll, lässt nichts Gutes ahnen. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, ehe Brüssel und Straßburg diese „Freiheit zur Abtreibung“ ebenso als Menschenrecht dann in die europäische Verfassung einschreiben werden – falls es nicht doch noch genug Widerstand in der Zivilgesellschaft und von Seiten der Kirchen gibt, die das zu verhindern wissen.


Der Autor ist Mediziner, Moraltheologe und katholischer Priester

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