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Labours Hoffnungsträger Andy Burnham

Viele Briten hoffen auf eine Wende. Wird der langjährige Bürgermeister von Manchester sie bringen?
Großbritanniens künftiger Premierminister Andy Burnham
Foto: IMAGO/James Speakman (www.imago-images.de) | Andy Burnham ist Katholik und wird erst der zweite katholische Premier (nach Boris Johnson) sein. Doch seine Werte in Lebensrechtsfragen bleiben vage.

Andy Burnham ist die letzte Hoffnung für die Labour-Partei. Nach dem Absturz mit Keir Starmer glaubt sie nun an eine Wiederauferstehung. Schon nächste Woche dürfte der langjährige Bürgermeister von Manchester in die Downing Street einziehen. Anders als der zutiefst unpopuläre Starmer genießt der 56-jährige Burnham positive Beliebtheitswerte. Zudem spielt ihm das Glück in die Hände. Die rechtspopulistische Reform UK wird ausgebremst, seit Nigel Farage wegen mehrerer Spendenskandale unter Druck geraten ist.

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Burnhams Anhänger feiern ihn als „König des Nordens“, der in London die Dinge ändern werde. Er hat versprochen, den Regionen und den Bürgermeistern jenseits des englischen Südostens mehr Macht und auch mehr fiskalische Kompetenzen zu übertragen. Das ist ein richtiger Ansatz: Das Land ist politisch zu stark zentralisiert, sogar mehr noch als Frankreich. Während in London politische Entscheidungen, Wohlstand und wirtschaftliche Dynamik konzentriert sind, wächst in der abgehängten, deindustrialisierten Provinz der Frust.

Zieht Burnhams „wirtschaftsfreundlicher Sozialismus“?

Doch ob Burnham mit seinem „wirtschaftsfreundlichen Sozialismus“ das Land nach vorne bringt, darf man bezweifeln. Mehr Sozialismus und Staatsinterventionismus würden nicht guttun. Die Steuerbelastung ist schon jetzt die höchste seit dem Weltkrieg. Die konsumtiven Ausgaben des Sozialstaats steigen rasant und schmälern Spielräume für Investitionen. Die Wirtschaft wächst nur schwach. Starmer scheiterte daran, notwendige Reformen durchzusetzen. Der Sozialstaat gibt Geld, aber keine Perspektive. Rund ein Sechstel der jungen Erwachsenen ist ohne Arbeit, ohne Ausbildungs- oder Studienplatz. Erst langsam hat London diesen Skandal erkannt.

Was es auch bräuchte, wäre eine Wertewende. Burnham ist Katholik und wird erst der zweite katholische Premier (nach Boris Johnson) sein. Doch seine Werte in Lebensrechtsfragen bleiben vage. Dass Abtreibungen bis zur 24. Woche legal sind und sogar spätere Abtreibungen bis zur Geburt für Mütter straffrei gestellt wurden, hat Burnham nie kritisiert. Fast jede dritte Schwangerschaft endet in einer Abtreibung. Die große Mehrheit der Politiker bleibt dazu komplett stumm.


Der Autor ist Wirtschaftskorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in London.

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Philip Plickert

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