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Krieg in Nahost: „pax christi“ wirft internationaler Gemeinschaft Versagen vor

Die katholische Friedensbewegung verurteilt die massive Gewalt gegen Israel, sieht aber auch Versäumnisse bei EU und Bundesregierung.
Israelische Flagge
Foto: IMAGO/Slavomir Kubes (www.imago-images.de) | "pax christi" fordert die Führer der Hamas und des islamischen Dschihad zur sofortigen Beendigung der Gewalt auf. 

Der deutsche Ableger der internationalen katholischen Friedensbewegung „pax christi“ verurteilt „aufs Schärfste“ die massiven Gewaltaktionen aus dem Gazastreifen gegen Israel und seine Bevölkerung. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die die Organisation am Dienstag veröffentlichte. Zudem fordere man die Führer der Hamas und des islamischen Dschihad zur sofortigen Beendigung der Gewalt auf. 

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Gerold König, Bundesvorsitzender von „pax christi“ in Deutschland, zeigt sich solidarisch mit allen Opfern des Krieges: „Wir sehen in den Nachrichten die um Angehörige weinenden Menschen, wir sehen die Zerstörung der Städte und wir spüren die Sinnlosigkeit dieses weiteren Krieges.“ Menschen würden aus ihrem Alltag gerissen, müssten fliehen und mit ansehen, „wie alles um sie herum zerstört wird“. Man trauere mit den Menschen um die vielen Toten. Zudem appelliert der „pax christi“-Bundesvorsitzende an die palästinensische Bevölkerung, „die Gefolgschaft in diesem Waffengang“ zu verweigern. „Die israelische Regierung bitten wir, alles zu tun, um weitere Eskalationsstufen des Krieges und das weitere Töten von Menschen zu vermeiden“, so König.

Hilfsleistungen an Palästinenser beibehalten

Deutliche Kritik übt König an der internationalen Gemeinschaft und wirft dieser Versagen vor. Das zeige sich angesichts der „Siedlergewalt im Westjordanland, der Landenteignung, der Abriegelung des Gazastreifens und des mangelnden Interesses der EU und der Bundesregierung an der Mithilfe zu einer Zwei-Staatenlösung“.

Die Pläne, Unterstützungsleistungen durch die EU und die Bundesregierung gegenüber der palästinensischen Bevölkerung nun auszusetzen, hält „pax christi“ dagegen für „das falsche Zeichen“. Die Verweigerung von Hilfe fördere eher die „Gewalt der Verzweiflung“, so die Friedensbewegung. „Bundesregierung und EU müssen sich ihrer Verantwortung für die Region stellen und nach Lösungen die beiden Völkern Selbstbestimmung und Sicherheit bieten.“

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