Reform hin oder her – der Beruf von Diana Leib beweist, dass auch grundsätzlich etwas beim Elterngeld schief läuft. In der besten aller denkbaren Welten wäre das Antragswesen so geregelt, dass jeder Otto-Normalvater oder jede Otto-Normalmutter es leicht durchschauen und schnell sein Geld bekommen kann. So ist es aber nicht. Jeder Fall ist anders. Komplizierte Berechnungen fallen an. Und deswegen –ganz ähnlich wie Hinweise für Steuertricks – gibt die 38-Jährige ihren Klienten Elterngeldtricks. Ursprünglich war sie im IT-Bereich beschäftigt, als sich die mittlerweile dreifache Mutter aber selbst um das Elterngeld kümmern musste, arbeitet sie sich immer mehr in die Materie hinein. Zunächst gibt sie ehrenamtlich Tipps, da aber der Bedarf so groß war, machte sie das Beratungsgeschäft zu ihrem Beruf.
Zuversichtlich, dass die Änderungspläne noch nicht in Stein gemeißelt sind
Nun hat sie eine Online-Petition gegen die von der Bundesregierung geplanten Änderungen beim Elterngeld gestartet. Hauptpunkte: In der Phase, in der die Monate zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werden, soll der bloß 50-prozentige Ersatz des letzten Gehaltes gestrichen werden. Stattdessen solle durch eine Digitalisierung der Verwaltung Geld eingespart werden. Außerdem sei ein Inflationsausgleich angebracht. Seit 2007 sei das Elterngeld nicht an die Lohn- und Preisentwicklung angepasst worden. Mitte dieser Woche gab es schon rund 211.000 Unterschriften.
Leib zeigte sich gegenüber dieser Zeitung zuversichtlich, dass die Änderungspläne noch nicht in Stein gemeißelt seien. Sie hofft darauf, dass der Koalitionspartner SPD Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) dazwischenfunkt.
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