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"Es geht nur ums Lebensrecht"

Vor dem Marsch für das Leben in Berlin und Köln: Aktivisten starten Kampagne für Legalisierung von Abtreibungen.
Teilnehmer beim "Beim Marsch für das Leben" in Köln im vergangenen Jahr
Foto: IMAGO/Guido Schiefer (www.imago-images.de) | Beim Marsch für das Leben in Köln im vergangenen Jahr war die Polizei überfordert, die Teilnehmer wirksam vor gewaltbereiten Gegendemonstranten zu schützen.

The same procedure as last year?" So lautet die unausgesprochene Frage, die über dem diesjährigen "Marsch für das Leben" schwebt. Ausgerichtet wird der vom Bundesverband Lebensrecht (BVL) traditionell am dritten Samstag des Monats September. Auch diesmal ist das nicht anders. Bereits zum 20. Mal werden Lebensrechtler daher am kommenden Samstag in der Bundeshauptstadt friedlich für das "Recht auf Leben" eines jeden Menschen demonstrieren.

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Erst zum zweiten Mal findet der Marsch in Berlin zeitgleich mit einem weiteren in Köln statt. Auch hier ist der Ausrichter der BVL. Doch weil die Polizei in der Rheinmetropole sich vergangenes Jahr, anders als in der Hauptstadt, überfordert zeigte, diesen wirksam vor gewaltbereiten Gegendemonstranten zu schützen, haben die Lebensrechtler tatsächlich allen Grund zu hoffen, dass die Eingangsfrage in Berlin und Köln kommenden Samstag unterschiedlich beantwortet wird.

Hüppe schreibt Brief an Kölner Oberbürgermeisterin Reker

Eine Sorge, die auch den CDU-Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe umtreibt. Der Gesundheitspolitiker und ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, der zu den Rednern der Kundgebung in Köln gehört (Beginn 13.00 Uhr, Deutzer Werft), wandte sich deshalb vorab an Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. In dem Brief, der dieser Zeitung vorliegt, schreibt Hüppe: "Im vergangenen Jahr hatten Sie erwartete Demonstrationen gegen den Kölner Marsch für das Leben vorab öffentlich gutgeheißen." Anschließend sei dieser "durch Gegendemonstranten massiv gestört" worden, die "auch brutale körperliche Gewalt einsetzten und Kirchen blockierten". Eine "klare Verurteilung der Gewalt von Ihrer Seite" habe er "leider vermisst".

Hüppe weiter: "Als Teilnehmer und Redner des diesjährigen Kölner Marsches für das Leben wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diesmal auf Äußerungen verzichten, die als Aufruf zu Aktionen gegen den Marsch ( ) verstanden werden können. Ich möchte Sie eindringlich darum bitten, alles zu tun, damit die Veranstaltung sicher durchgeführt werden kann, auch wenn Sie persönlich eine andere Meinung vertreten."

Man darf gespannt sein. Zumal die im vergangenen Jahr gut organisierten Gegendemonstranten in diesem Jahr Verstärkung erwarten dürfen. Unter dem Motto: "Abtreibung legalisieren   jetzt" starteten Aktivisten Anfang der Woche eine bundesweite Kampagne. Wie Leonie Weber und Karlotta Biechele vom "Organisationskreis" der Kampagne im "Tagesspiegel Background" schrieben, wolle die Kampagne "die kommenden zwölf Wochen" nutzen, um den "Druck auf die Ampelregierung zu erhöhen, diese von einem breiten Willen der Bevölkerung getragenen Forderung endlich umzusetzen".

Polizei diesmal besser vorbereitet

Trotz der mehr als 100.000 vorgeburtlichen Kindstötungen, die dem Statistischen Bundesamt jedes Jahr gemeldet werden, müssten Schwangere "endlich frei entscheiden können, ob sie abtreiben wollen oder nicht", heißt es auf der Kampagnen-Webseite. Das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung sei ein Menschenrecht. Und weiter: "Doch die Zeit drängt, um die Selbstbestimmung von Frauen und Queers zu stärken. Rechte Parteien erfahren in Deutschland einen zunehmenden Aufschwung." Sie wollten "wie beispielsweise in Polen, Brasilien und den USA, die Selbstbestimmung von Frauen und Queers weiter einschränken. Das wollen wir verhindern! Wir wollen endlich in Deutschland sicher, zugänglich und kostenfrei abtreiben können."

Wie eine Initiatorin des Kölner Marsches für das Leben gegenüber dem Sender K-TV erklärte, hätten Veranstalter und Polizei die Zahl der Teilnehmer und Gegendemonstranten vergangenes Jahr unterschätzt. Angesichts der Planungen der Polizei sei das in diesem Jahr nicht zu erwarten. Und: "Wir müssen darauf bestehen, dass wir für das Richtige einstehen können. Auf der Straße. Ohne daran gehindert zu werden. Es geht nicht um mich, um Sie oder die Gegendemonstranten. Es geht nur ums Lebensrecht."

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