Kennen Sie die drei Affen, einer hält sich die Ohren zu, der zweite verdeckt seine Augen, und der dritte schließlich hat die Hände vor dem Mund: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.
Wenn die Ampel-Regierung nicht will, dass die drei Affen einmal zu den heimlichen Wappentieren dieser Koalition werden, kann sie die Forderungen der Bundesärztekammer nicht im Raum stehen lassen. Die Mediziner fordern eine Änderung des sogenannten „Selbstbestimmungsgesetzes“.
Pubertätsblocker stärker einschränken
Die Eingriffe bei Jugendlichen, die an ihrem biologischen Geschlecht zweifeln, müssten wesentlich strenger eingeschränkt werden als bisher vorgesehen. Dies sollte auch für den Einsatz von sogenannten „Pubertätsblockern“ gelten. Kinder und Jugendliche, die noch nicht volljährig sind, sollten auf jeden Fall eine kinder- und jugendpsychiatrische Untersuchung durch einen Facharzt bekommen, bevor sie eine Änderung zu ihrem Geschlecht und Personenstand durchführen dürfen.
Die Ärztekammer ist wahrlich nicht die erste Stimme, die in dieser Richtung warnt. Aber sie ist die gewichtigste. Die bisherigen Abwehrversuche seitens der Ampel-Vertreter, Kritik an dem Gesetz sogleich mit einer angeblichen Transphobie gleichzusetzen, zieht hier nicht mehr. Hier haben nun unbestritten medizinische Fachleute ihr Urteil gesprochen. Wie hieß es doch immer so schön: Follow the science! Mal sehen, ob das jetzt auch gilt.
Klientelpolitik für die Ampel
Klar ist: Das Selbstbestimmungsgesetz ist Klientelpolitik für die Ampel, vor allem für die Grünen. Kann man, wo es für diese Koalition immer brenzliger wird, auf diese Kernwähler verzichten? Fast sind sie ja mittlerweile die Einzigen, die noch für diese Regierung stimmen würden, aus Dankbarkeit. Wir werden sehen, ob die Vernunft siegt oder die Machtpolitik.
Aber selbst wenn die Ampel sich für die Macht entscheidet, mit der Drei-Affen-Methode kommt sie da auch nicht mehr weiter. Denn das hat die Ärztekammer mit ihren Forderungen geschafft: Eine noch breitere Öffentlichkeit – viele hat das Ganze bisher nicht interessiert – wird so für die Probleme sensibilisiert. Allein dafür gebührt den Medizinern Dank.
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