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Corona stürzt weltweit Millionen Menschen in Armut

Die Pandemie und die Lockdowns lassen in den am schwächsten entwickelten Ländern der Welt die wirtschaftliche und soziale Entwicklung entgleisen. Der Hunger wächst, Bildungs- und Gesundheitssysteme stehen vor dem Kollaps.
Unterricht unter Corona-Bedingungen in Kenia
Foto: Donwilson Odhiambo via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Mindestens 235 Millionen Menschen werden im nächsten Jahr Hilfe benötigen, um Zugang zu Trinkwasser, Nahrung und sanitären Einrichtungen zu bekommen. Im Bild: Eine Schulklasse in Kenias Hauptstadt Nairobi.

Wegen seiner extrem jungen Bevölkerung und harter Regierungsmaßnahmen sei Afrika bisher weniger von Corona getroffen als andere Erdteile, meint die UNO. Meist jedoch rühren die niedrigen amtlichen Kennziffern daher, dass Menschen sterben, ohne je getestet worden zu sein, dass es vielerorts keine erreichbaren Tests gibt, und keine seriösen Statistiken.

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Die dramatischen Folgen der Pandemie in Afrika

Die Folgen der Pandemie in Afrika sind dramatisch: Durch die Lockdowns wurden Impfprogramme gegen Masern, Maßnahmen gegen Malaria und die Behandlung anderer Krankheiten sowie Vorsorgeuntersuchungen ausgesetzt. In vielen Ländern ersetzten Testsysteme für Covid-19 die Infrastruktur für Malaria, HIV und Tuberkulose. Die WHO warnt, dass eine zehnprozentige Unterbrechung der Behandlungen gegen Malaria im subsaharischen Afrika zu 19.000 zusätzlichen Todesfällen führen würde, eine 25- bis 50-prozentige Unterbrechung zu weiteren 46.000 bis 100.000 Toten. „Covid-19 droht unsere Bemühungen zur Überwindung von Malaria entgleisen zu lassen“, so die WHO-Direktorin für Afrika, Matshidiso Moeti.

Mindestens 235 Millionen Menschen werden im nächsten Jahr Hilfe benötigen, um Zugang zu Trinkwasser, Nahrung und sanitären Einrichtungen zu bekommen. Das entspricht einer Steigerung um 40 Prozent im Vergleich zu 2019. Covid-19 hat Millionen Menschen in die Armut gestürzt. Erstmals seit 25 Jahren steigt die Zahl der Menschen, die extrem arm sind. Die von Corona verursachten Auswirkungen lassen die Ernährungsunsicherheit in Afrika um 135 Prozent steigen. Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, könnte bis 2030 die Milliardengrenze überschreiten. 

Arbeitslosigkeit steigt, Einkommen schwinden

Die 47 ärmsten Länder der Welt werden in diesem Jahr die schwächste Wirtschaftsleistung seit 30 Jahren durchleiden. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Einkommen schwinden. 1,6 Milliarden Menschen in fragilen Arbeitsverhältnissen haben schon heute 60 Prozent oder mehr ihres Einkommens verloren.
Schon vor der Pandemie waren 258 Millionen Kinder weltweit von Schulbildung ausgeschlossen. Nun laufen weitere 24 Millionen junge Menschen Gefahr, aus den Bildungssystemen zu fallen. Viele Kinder und Jugendliche, insbesondere Mädchen, die während der Lockdowns die Schulen verließen, werden nie dorthin zurückkehren. Stattdessen droht in den ärmsten Ländern der Welt ein massiver Anstieg der Kinderarbeit.  DT/sba

Lesen Sie eine ausführliche Recherche zu den sozialen und humanitären Folgen der Corona-Krise in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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