Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Hochschule

Bernhard Kempen: Ein Kämpfer für die Wissenschaftsfreiheit

Der ehemalige Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, wurde vom Netzwerk Wissenschaftsfreiheit ausgezeichnet.
Bernhard Kempen, ehemaliger Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, ist für seine Verdienste für die Wissenschaftsfreiheit.
Foto: Florian Gaertner/photothek.net (imago stock&people) | Bernhard Kempen, ehemaliger Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, ist für seine Verdienste für die Wissenschaftsfreiheit.

Die Medaille zeigt eine Eule – das Symbol für die Wissenschaft. Mit ihr wurde Bernhard Kempen am Freitag durch das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit in Berlin für seine Verdienste um diese Wissenschaftsfreiheit ausgezeichnet. Der Jurist, der an der Kölner Universität den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Völkerrecht inne hat, stand ab 2004 fast zwei Jahrzehnte als Präsident dem Deutschen Hochschulverband vor. In dieser Funktion prägte er wie wenige die hochschulpolitische Diskussion. Dabei hat Kempen immer, etwa bei seiner Kritik der Folgen des Bologna-Prozesses, auch auf die Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit und die Gefahren, die ihr drohen, hingewiesen. Diesen nicht selbstverständlichen Einsatz wolle man nun würdigen, so Sandra Kostner, die an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd lehrt, 2021 das Netzwerk initiierte und nun als Sprecherin fungiert. 

Lesen Sie auch:

Wissenschaftsakteure schränken einander ein

Kempen selbst betonte in seiner Dankesrede, dass der Wissenschaftsfreiheit in Deutschland keine Einschränkungen von staatlicher Seite drohten. Es sei vielmehr so, dass Wissenschaftsakteure selbst andere Wissenschaftsakteure in ihrer Freiheit einschränkten.  Will man im Bild der Eule bleiben: Ihr wird nicht von außen ein Pflaster auf ihren Schnabel geklebt. Sie verschließt sich selbst den Mund. Kempen ging in seiner Rede auf die Ursachen ein, zeigte Lösungsmöglichkeiten auf und erklärte, warum er trotz allen Problemen insgesamt positiv in die Zukunft für die Universitäten schaue. DT/sesa

Mehr dazu in der nächsten Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Bernhard Kempen

Weitere Artikel

Die KHKT verliert ihre Führung: Rektor, Kanzlerin und Geschäftsführer hören auf. Medienspekulationen über die Hintergründe werfen Fragen auf. Die Debatte kommt zur Unzeit.
15.07.2026, 15 Uhr
Benjamin Leven Jakob Ranke
Salons und Cafés hatten früher eine Funktion über die Zerstreuung hinaus. Sie waren Katalysatoren des Geisteslebens, der Kunst und Wissenschaft. Zeit für eine Wiederbelebung.
25.07.2026, 11 Uhr
Henry C. Brinker

Kirche

„Öffentliche Sünder“ aufgepasst? Ein italienischer Bischof erläutert Restriktionen für kirchliche Bestattungen.
18.08.2026, 16 Uhr
José García
US-Katholiken befürworten mehrheitlich die Todesstrafe für Mörder. Die Kirche, die das Lebensrecht jedes Menschen im öffentlichen Bewusstsein verankern will, scheint hier zu scheitern.
18.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz verbrannte sich vor 50 Jahren selbst. Er wurde in der DDR verfolgt, von seiner Kirche fühlte er sich verraten.
18.08.2026, 08 Uhr
Wolfgang Stock
Seit 2014 wirkt Rainer Maria Woelki in Köln mit Pioniergeist und missionarischem Impetus. Das Erzbistum hat sich unter seiner Leitung in ein lehrreiches Experimentierfeld verwandelt.
18.08.2026, 05 Uhr
Regina Einig