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Asfa-Wossen Asserate: „Er hat uns alle nur getäuscht“

Der äthiopische Prinz und Bestsellerautor wirft Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed die Zerstörung Äthiopiens vor.
Der äthiopische Prinz und Bestsellerautor Asfa-Wossen Asserate
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | Prinz Asfa-Wossen Asserate ist von dem seit 2018 amtierenden Regierungschef Abiy Ahmed tief enttäuscht.

Scharfe Kritik am Friedensnobelpreisträger und Regierungschef Äthiopiens, Abiy Ahmed Ali, übt der äthiopische Prinz und Bestsellerautor Asfa-Wossen Asserate im Interview der „Tagespost“. Dieser habe über Versöhnung gesprochen, doch dann die zwei großen, staatstragenden Ethnien des Landes, die Tigray und die Amharen, aufeinandergehetzt und sich zerstören lassen. Tatsächlich starben im Bruderkrieg bis Ende 2023 Hunderttausende und es droht eine neuerliche Eskalation der Gewalt.

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Prinz Asfa-Wossen Asserate ist von dem seit 2018 amtierenden Regierungschef tief enttäuscht: „Er hat uns alle nur getäuscht.“ Die gesamte äthiopische Politik sei ethnisiert, fast alle politischen Parteien seien ethnische Parteien. Abiy Ahmed wolle „den Tod Äthiopiens und eine neue oromische Republik“.

Einheit der äthiopisch-orthodoxen Kirche bedroht

Selbst die Einheit der traditionsreichen äthiopisch-orthodoxen Kirche sei nun bedroht. Der Regierungschef habe der Kirche den Krieg erklärt, „weil er weiß, dass die Krone und die Kirche die beiden Säulen der Einheit des Landes waren. Nach dem Fall der Krone ist die Kirche als einzige nicht-ethnische Institution der Einheit Äthiopiens geblieben“, so Asserate. Abiy versuche, die Kirche zu beeinflussen, „um den aktuellen Patriarchen zu stürzen und einen Oromo zum Patriarchen ernennen zu lassen“.

Asfa-Wossen Asserate, ein Großneffe des letzten Kaisers von Äthiopien, Haile Selassie, meint, er könne sich eine politische Neutralität nicht länger erlauben: „Ich habe mein Leben lang keiner politischen Partei angehört. Dieses Privileg kann ich mir jetzt jedoch nicht mehr leisten.“ Die aktuelle Regierung habe sich die Politik der ethnischen Säuberung der Amharen zu eigen gemacht und tatenlos zugesehen, wie Zehntausende Amharen umgebracht und aus Regionen vertrieben wurden, in denen sie seit vier Generationen gelebt haben. „Ich kann da nicht unbeteiligt und neutral zusehen. Darum bin ich jetzt wohl zum zweiten Mal in meinem Leben in Äthiopien eine unerwünschte Person!“, so der kaiserliche Prinz von Äthiopien.  DT/sba

Lesen Sie das vollständige Interview mit Prinz Asfa-Wossen Asserate am Donnerstag in Ihrer „Tagespost“.

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