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Armin Laschet: „Die Kirche ist offensichtlich zu sehr mit sich selbst beschäftigt“

Der Ex-NRW-Ministerpräsident, der heute die Westfälische Friedenskonferenz leitet, äußert sich zu aktuellen Herausforderungen der Friedenspolitik.
Politiker Armin Laschet (CDU)
Foto: IMAGO/Christoph Hardt (www.imago-images.de) | „Wenn wir auf die aktuelle Debatte schauen, wundere ich mich, dass die, die sich selbst als Pazifisten bezeichneten, sich jetzt besonders militaristisch geben", meint Armin Laschet.

Armin Laschet leitet heute die Westfälische Friedenskonferenz in Münster. Das Format ist eine Initiative von Unternehmern aus Westfalen und Lippe, die die historische Bedeutung des Westfälischen Friedens vor 375 Jahren hervorheben soll. „Wir wollen die große historische Wirkung des Westfälischen Friedens und dessen Bedeutung für das internationale Völkerrecht vor Augen führen. Damals wurde eine neue Rechtsordnung geschaffen, die bis in die Charta der Vereinten Nationen weitergewirkt hat. Es geht um eine regelbasierte internationale Ordnung“, so der ehemalige NRW-Ministerpräsident im Interview mit dieser Zeitung.

"Wir müssen mehr Verbündete finden"

Dabei geht Laschet auch auf aktuelle Herausforderungen der aktuellen Friedenspolitik mit Blick auf den russischen Angriffskrieg ein. So stellt er fest: „Wenn wir auf die aktuelle Debatte schauen, wundere ich mich, dass die, die sich selbst als Pazifisten bezeichneten, sich jetzt besonders militaristisch geben. Kaum einer fordert so viele Panzer und Marschflugkörper wie die Grünen. In diesem Krieg ist mit Russland der Aggressor eindeutig. Unser Ziel muss sein, die Ukraine so stark zu machen, dass sich selbst verteidigen kann. Aber wir müssen auch darauf achten, dass die NATO nicht selbst als Akteur mit hineingezogen wird. Mittlerweile entsteht in der Öffentlichkeit aber manchmal der Eindruck als gelte: Je mehr Waffen wir liefern, umso schneller ist dieser Krieg zu Ende. Das halte ich nicht für zu Ende gedacht. Und wir müssen sehen, das hat sich auch im Zuge des G20-Gipfels gezeigt: Der Rest der Welt denkt ja anders als wir. Unser Ziel muss hier sein: Wir müssen mehr Verbündete finden. Im Übrigen hätte ich ähnlich besonnen und abwägend gehandelt wie der Bundeskanzler.“  DT/sesa

Lesen Sie im kompletten Interview, warum Armin Laschet bewusst als Kanzlerkandidat die Außenpolitik nach vorne gestellt hat und ob er heute manchmal erleichtert darüber ist, dass der Kelch der Kanzlerschaft damals an ihm vorübergegangen ist.

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