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Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar

Kinderhospizarbeit soll bekannter werden. Beispiele aus der Arbeit und ein Hospiz werden vorgestellt. Fachkräftemangel zeigt sich auch hier.
Kinderhospiz
Foto: dpa | Am Tag der Kinderhospizarbeit machen Einrichtungen und Aktive auf die Arbeit in der Begleitung sterbender Kinder aufmerksam. (Symbolbild)

Am 10. Februar ist der Tag der Kinderhospizarbeit, der 2006 vom Deutschen Kinderhospizverein e.V. ins Leben gerufen wurde. Er hat das Ziel, die Kinder- und Jugendhospizarbeit bekannt zu machen, Menschen für ein ehrenamtliches Engagements zu gewinnen, finanzielle Unterstützer zu finden und das Thema „Tod und Sterben von jungen Menschen" zu enttabuisieren. 

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Vor allem aber geht es darum, solidarisch an der Seite betroffener Familien zu sein. Als Zeichen der Verbundenheit befestigen Menschen grüne Bänder der Solidarität, zum Beispiel an Fenstern, Autoantennen oder Bäumen. Das grüne Band drückt die Hoffnung aus, dass immer mehr Menschen so den erkrankten Kindern oder Jugendlichen und deren Familien ein Gemeinschaftsgefühl geben. 

Verschiedene Aktionen und geöffnete Türen der ambulanten und stationären Kinder- und Jugendhospize informieren bundesweit über die Kinder- und Jugendhospizarbeit. 

So bietet der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Südliches Münsterland in Kooperation mit der Stadtbücherei Haltern am See um 19.30 Uhr eine Lesung mit dem Ehepaar Arzt an. Die Autoren Shabnam und Wolfgang Arzt lesen aus ihrem Buch "Umarmen und loslassen – was wir in 13 Jahren mit unserer todkranken Tochter über das Leben gelernt haben".

Ausstellung über Kinderhospiz

Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Frankfurt/Rhein-Main zeigt von 11 bis 16 Uhr die Ausstellung „Lebenswege — Lebenswert / Lebens-Werte — Lebenswege“ in seinen Räumlichkeiten. Die Ausstellung ist aus der Kinderhospizarbeit mit und für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer lebensverkürzenden Erkrankung und ihren Familien entstanden. Die Texte für die Ausstellung stammen mehrheitlich aus dem Gedichtband „Gelebte Grenzen“ von Petra Stuttkewitz, selbst betroffene Mutter und seit 1994 im Deutschen Kinderhospizverein e.V. engagiert. Die Fotos, Grafiken und Gemälde haben ihren Ursprung in der Begleitung junger Menschen und wurden gemeinsam ausgewählt oder gestaltet. 

Das stationäre Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach organisiert ein Erzähltheater zum Tag der Kinderhospizarbeit. Am Sonntag, 12. Februar 2023, findet um 15 Uhr ein bunter Märchennachmittag im Haus der Begegnung des Süddeutschen Kinderhospiz-Zentrums für Kinder ab sechs Jahren statt. Die Erzählkünstlerin Alexandra Eyrich und die Pianistin Nadine Schuster laden zum Familienkonzert „Ali Baba und die vierzig Räuber“ ein.

Pflege schwer zu finden

Auf die Auswirkungen des Fachkräftemangels in der häuslichen Betreuung für Eltern lebensverkürzend erkrankter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener macht der Bundesverband Kinderhospiz (BVKH) aufmerksam. In einer Pressemitteilung anlässlich des Tags der Kinderhospizarbeit betont Geschäftsführerin Franziska Kopitzsch: „Es muss für Eltern die Möglichkeit geben, ihr Kind zu Hause zu betreuen. Gerade in strukturschwachen Regionen ist es oft nicht möglich, einen geeigneten Pflegedienst zu finden. Die jungen Patientinnen sowie Patienten leiden somit an den vom Gesetzgeber und den Kostenträgern zu verantwortenden unzureichenden medizinischen sowie pflegerischen Versorgungsstrukturen.“ DT/chu


Weiterführende Links: 

Deutscher Kinderhospizverein

Bundesverband Kinderhospiz

Kinderhospiz Nikolaus

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