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Schwulen-Pornos als neues Bildungsangebot?

Schule ist kein Experimentierfeld für Kinderseelen. Wo Aufsicht fehlt und Sexualerziehung sich von Liebe und Verantwortung löst, sind die Folgen gravierend.
Familienredakteurin Sina Hartert, überforderter Junge
Foto: DT / IMAGO / Westend61 | Klar, dass keiner der Schüler ein Problem damit gehabt haben will. Verantwortungslos war der Vorfall trotzdem.

Homo-Pornos an einer Vorzeigeschule? Das sächsische Kultusministerium lässt nun prüfen, ob an einer Oberschule im Landkreis Görlitz gegen Regularien des Schulgesetzes verstoßen wurde – jenes Schulgesetzes also, nach dem „Ziel, Inhalt und Form der Familien- und Sexualerziehung (…) den Eltern rechtzeitig mitzuteilen und mit ihnen zu besprechen“ sind. Anlass ist eine für den vergangenen Monat geplante Projektwoche an der Oberschule im sächsischen Schleife, die nach massivem Elternprotest bereits nach einem Tag abgebrochen wurde, weil dort offenbar einiges aus dem Ruder lief.

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In einer neunten Klasse traten laut Junge Freiheit und weiteren Medienberichten zwei externe non-binäre Referenten – wohl Studenten – auf, die ein Bildungsangebot zu Themen wie geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung und Vielfalt gestalten sollten. Ohne pädagogische Aufsicht sollen die beiden vom Schulleiter in die Klasse 9b mit ihren 26 Schülern geschickt worden sein. Nach den Schilderungen mehrerer betroffener Schüler und ihrer Eltern wurden die Jugendlichen aufgefordert, sich nicht mit ihrem Namen, sondern mit einem „Pronomen“ vorzustellen. Auf dem Boden lagen Flyer mit Anti-AfD-Parolen, darunter „FUCK AfD“. Zudem sollen pornografische Fotos von Männern beim Sex gezeigt worden sein, darunter Aufnahmen beim Oralverkehr.

Als eines der Kinder am Ende des ersten Projekttages den Mut hatte, seinen Eltern von den Pornobildern zu erzählen, teilten diese die Information im WhatsApp-Klassenchat mit den anderen Eltern. Beschwerden gingen beim Direktor ein. Dieser reagierte prompt, beendete die Projektwoche und bedankte sich, wie die Junge Freiheit berichtete, bei den Eltern dafür, dass sie mit ihm „den schwerwiegenden Verstoß gegen die Grundsätze schulischer Bildung besprochen haben“.

Fehlende Aufarbeitung

Dass das Projekt gestoppt wurde, war natürlich das einzig Richtige. Doch der schnelle Abbruch wirft die umso dringlichere Frage auf, wie es überhaupt zu einem solchen Grenzübertritt kommen konnte. Die Schule hat hier offenbar ihre elementare Schutz- und Vertrauensfunktion aus dem Blick verloren. Das beginnt bei der fehlenden Transparenz und Information im Vorfeld gegenüber den Eltern. Die konkrete Ausgestaltung des Projekts sei, so die Eltern einstimmig, inhaltlich nicht mit ihnen abgesprochen worden. Es setzt sich fort bei der fragwürdigen Auswahl externer Akteure, die die Schulleitung offenkundig ins Haus holte, ohne deren aktivistische Inhalte im Vorfeld ausreichend zu prüfen – und die sie dann auch noch ohne pädagogische Aufsicht und Kontrolle auf die Schüler losließ. Es setzt sich ebenso fort beim möglichen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot der Schule durch Anti-AfD-Flyer im Klassenraum. Und es erreicht seinen Höhepunkt mit dem angeblichen Präsentieren von Pornomaterial – Material, das Schüler abfotografiert haben und das von der Jungen Freiheit teils veröffentlicht wurde.

Überraschend ist zudem die fehlende Aufarbeitung des Vorfalls. Zwar habe der Klassenlehrer nach dem Geschehen gefragt, ob jemand ein Problem mit dem Erlebten habe. Doch als keiner der Schüler – was bei vierzehn- und fünfzehnjährigen, verunsicherten Jugendlichen in der Pubertät alles andere als erstaunlich ist – sich meldete, habe man es dabei bewenden lassen.

Freiheit und Lust oder Liebe und Verantwortung?

Es ist richtig, dass Eltern Strafanzeige gegen die unbekannten Aktivisten erstattet haben – mit dem Vorwurf, gegen das Strafgesetzbuch verstoßen zu haben, das es untersagt, pornografische Inhalte Personen unter 18 Jahren anzubieten. Doch auch die Schulleitung muss sich einer grundlegenden Prüfung unterziehen. Vierzehn- und Fünfzehnjährige sind keine Versuchsanordnung für Aktivismus. Schule darf Kindern und Eltern keine weltanschaulichen, künstlerischen oder pädagogischen Experimente zumuten, deren Grenzen erst im Nachhinein geprüft werden. Sie muss diese Grenzen vorher kennen.

Schule ist ein Raum, in dem Vertrauen gelten muss – zwischen Lehrern, Schülern und Eltern. Wo dieses Vertrauen beschädigt wird, hilft keine nachträgliche Beschwichtigung. Das Projekt wurde gestoppt. Das war notwendig. Aber es beantwortet noch nicht die entscheidende Frage, warum es überhaupt erst möglich wurde. Deshalb braucht es jetzt eine vollständige interne Aufarbeitung. Es braucht Transparenz, klare Verantwortungsübernahme und Konsequenzen. Und es braucht auch ein grundsätzliches Hinterfragen der Grundlagen schulischer Sexualerziehung: Freiheit und Lust oder Liebe und Verantwortung?

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