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Neue Gynäkologen-Leitlinie rückt natürliche Familienplanung ins Rampenlicht

Zuverlässig, natürlich und ohne Nebenwirkungen: Laufen die natürlichen Methoden der Pille den Rang ab?
Smartphone, auf der eine Zyklus-Tracking-App geöffnet ist
Foto: Juliane Sonntag (www.imago-images.de) | Feichtinger weist auch auf die wesentlichen Unterschiede zwischen Verhütung und Empfängnisregelung hin: „Verhütung dient der Verhinderung von Schwangerschaften, während Empfängnisregelung auch zum Anstreben von ...

Die deutschsprachigen Fachverbände für Gynäkologie haben dieses Jahr eine S2k-Leitlinie zur Effektivität nicht-hormoneller Verhütungsmethoden veröffentlicht. Die Leitlinie betont die wissenschaftliche Zuverlässigkeit sogenannter sympto-thermaler Methoden, wie sie etwa die Natürliche Empfängnisregelung (NER) nach Josef Rötzer bietet.

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Im Interview mit der „Tagespost“ erklärt Martin Feichtinger, Facharzt für Psychiatrie und erfahrener NER-Berater, die Vorteile der Natürliche Empfängnisregelung im Vergleich zu herkömmlichen Verhütungsmitteln und weist darauf hin, dass Kritik an der Pille mittlerweile verstärkt von Feministinnen und Frauenrechtlerinnen komme. In diesen Kreisen empfinde man es zunehmen als Ungerechtigkeit, „dass Frauen ihren Körper manipulieren sollen und dass Verhütung allein in die Verantwortlichkeit der Frauen geschoben wird“.

Zuverlässiger und partnerschaftlich ausgerichtet

Demgegenüber seien natürliche Methoden nebenwirkungsfrei, zuverlässiger und partnerschaftlich ausgerichtet. Laut einer AOK-Studie nutzten 2023 nur noch 25 Prozent der Frauen unter 22 Jahren die Pille – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 43 Prozent aus dem Jahr 2014. Feichtinger führt dies auf die zunehmende Sensibilisierung für Nebenwirkungen und gesellschaftliche Diskussionen zur Verantwortungsteilung in der Verhütung zurück. „Die Forderung nach partnerschaftlicher Verhütung und einer gerechteren Aufteilung der Verantwortung wird lauter,“ betont er.

Feichtinger weist auch auf die wesentlichen Unterschiede zwischen Verhütung und Empfängnisregelung hin: „Verhütung dient der Verhinderung von Schwangerschaften, während Empfängnisregelung auch zum Anstreben von Schwangerschaften verwendet werden kann“, erklärt der NER-Berater, der hinter Verhütung und Empfängnisregelung eine je unterschiedliche Mentalität am Werke sieht. Für NER sei die Fruchtbarkeit nicht der Gegner, sondern natürlicher Teil des Lebens. „Die Methode fördert eine positive Einstellung zur Sexualität und zum Leben an sich,“ erklärt er weiter.

Bei Gynäkologen sieht der Mediziner weiterhin einen großen Aufklärungsbedarf, da für viele die Methoden der natürlichen Familienplanung unterschiedslos als unzuverlässig gelten würden. Dabei stelle nun auch die neue Leitlinie fest: „Die Zuverlässigkeit bei Vermeidung einer Schwangerschaft ist hormonellen Methoden ebenbürtig, und das ohne jegliche Nebenwirkungen.“  DT/fha

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