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Wer ist das „Brot des Lebens“?

Nicht nur unser Bauch braucht Nahrung, sondern auch unsere Seele. Nur Jesus kann sie uns geben – indem er sich uns selber schenkt. Deshalb ist die heilige Kommunion das größte Geschenk Gottes an uns.
Jesus, das Brot des Lebens
Foto: Bernadette Drayß | Wenn wir Jesus das bringen, was wir haben – so wie dieser Junge hier seine fünf Brote und zwei Fische –, dann kann Jesus etwas Wunderbares daraus machen.

Kennst du das? Du bist traurig oder dir ist langweilig und du denkst, das Einzige, was jetzt helfen kann, ist etwas Leckeres zum Essen. Am besten eine Süßigkeit. Manchmal versuchen wir, uns mit Essen zu trösten, und merken dann schnell, dass es nicht funktioniert. Ja, wir brauchen Essen zum Leben, aber unsere Seele braucht noch viel mehr. Davon erzählt euch heute der Jünger Philippus.

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Liebe Kinder, mit Jesus unterwegs zu sein, ist unglaublich aufregend. Erst vor Kurzem hat er einen Gelähmten geheilt. Und vor dem Paschafest haben wir mit Jesus wieder etwas ganz Großes erlebt. Wir waren mit ihm am See von Tiberias, einem Teil des großen Sees Genezareth. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Menschen uns folgten. Sie wollten zu Jesus, weil er so viele Kranke gesund gemacht hatte.

Jesus sieht jeden Einzelnen von uns

Wir stiegen mit Jesus auf einen Berg und setzten uns. Bald folgten uns die vielen Menschen auch dorthin. Jesus sah auf die Menge und stellte mir plötzlich eine überraschende Frage: „Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?“ Meinte Jesus das wirklich ernst? Ich erklärte ihm, dass wir nicht genug Geld hätten.

Andreas zeigte auf einen kleinen Jungen, der fünf Brote und zwei Fische hatte. Aber auch das würde niemals genügen. Ach, wie klein war doch unser Glaube noch. Jesus blieb ganz ruhig. Auch wenn es unzählig viele Menschen waren, sah Jesus doch jeden Einzelnen von ihnen. Er sah, wie müde und erschöpft sie waren, auf der Suche nach echter Hoffnung. Alle Augen waren auf Jesus gerichtet, der die Brote und Fische genommen hatte und seine Augen zum Himmel erhob.

Verbunden mit dem himmlischen Vater

Er sprach das Dankgebet zu seinem Vater im Himmel und das große Wunder geschah. Die Brote und Fische wurden an die vielen Menschen ausgeteilt und alle wurden satt. Es blieben sogar noch zwölf Körbe voll Brot übrig. Jubel brach aus unter den Menschen und laut riefen sie: „Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll.“ Jesus merkte, dass sie ihn zu ihrem König machen wollten. Sie wollten einen König, der sie satt macht und ihre Krankheiten heilt. Doch Jesus hatte tiefere Absichten. Ich beobachtete, wie er sich auf den Berg zurückzog. Er wollte allein sein mit seinem Vater. Seinen Willen allein wollte er erfüllen.

Wir Jünger entschieden uns, mit dem Boot nach Kafarnaum zurückzufahren. Es war nicht gerade die beste Zeit dafür, da es schon ganz dunkel war. Außerdem fehlte uns Jesus. Wir spürten, dass ein Wind aufzog, und es dauerte nicht lange, schon entwickelte sich dieser zu einem mächtigen Sturm. Todesangst überfiel uns. Während wir auf das bedrohliche Wasser starrten, sahen wir auf einmal jemanden, der auf dem Wasser lief und auf uns zukam.

„Ich bin es, fürchtet euch nicht!“

Wir fürchteten uns sehr und konnten nicht glauben, was wir sahen. Doch in diesem Schrecken hörte ich auf einmal eine Stimme, die mir ganz vertraut war. Es war Jesus, der über das Wasser lief und uns zurief: „Ich bin es, fürchtet euch nicht!“ Als er das sagte, sah ich plötzlich nicht mehr nur Jesus als einen Menschen vor mir, sondern Gott selbst, der sich mir zeigte: „Ich bin es!“

Das waren doch die gleichen Worte, die Gott damals zu Mose im brennenden Dornbusch gesagt hatte. Und ich erinnerte mich an den Propheten Jesaja: „Fürchte dich nicht, (…) wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort“ (Jes 43, 2). Er wollte immer, dass wir ihm ganz vertrauen. Heil und unbeschadet kamen wir am Ufer an.

Sie suchten nicht wirklich Jesus

Wenig später kamen Schiff um Schiff herangefahren. Unglaublich, welch weite Wege und große Mühen die Menschen auf sich nahmen, um Jesus nachzugehen. Sie waren verwirrt, wie Jesus an das andere Ufer gekommen war. Nur wir wussten, wie dies geschehen war. Jesus sah ernst aus. Er sah die wahren Absichten der Menschen, die hinter ihm herliefen. Sie suchten nicht wirklich ihn, sondern bloß jemanden, der ihnen Brot schenkt. In der Synagoge von Kafarnaum sprach Jesus nun sehr lang mit den Menschen und ich spürte: Was er sagte, hatte er auf dem Berg vom Vater gehört und es waren Worte voller Leben.

Weil er sah, dass die Menschen sich so abgemüht hatten, zu ihm zu kommen, mahnte er sie: „Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird“ (Joh 6,27). Doch was meinte er damit? Von welcher Speise sprach Jesus? Für sie alle war Mose der größte Prophet, der Gott von allen Menschen am nächsten gekommen war. Jesus aber machte ihnen deutlich, dass er größer war als Mose.

Sich abwenden? Oder Jesus weiter vertrauen...?

Damals in der Wüste war es nicht Mose gewesen, der den Israeliten das Manna gab, sondern der himmlische Vater. Und jetzt war die Zeit gekommen, dass der Vater ihnen das wahre Brot vom Himmel gab. Ein Brot, das Leben schenkt. Keiner verstand, welches Brot Jesus meinte. Dann sagte er: „Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben“ (Joh 6,35).

Wir spürten schon, wie unruhig viele der Juden wurden. Sie wurden zornig, als er sagte, er sei vom Himmel gekommen. Jesus dürfe sich doch nicht mit Gott gleichstellen, meinten sie; immerhin kannten sie doch seine Eltern – also war er ein normaler Mensch. Doch Jesus ging sogar noch einen Schritt weiter. Er sagte: „Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.“

Das sorgte für große Empörung. Wie konnte Jesus so etwas sagen, stritten sich die Juden. Er kann uns doch nicht sein Fleisch zu essen geben! Doch Jesus meinte es ernst und wiederholte es deshalb noch einmal ganz deutlich: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm“ (Joh 6,56). Jesus sagte wirklich „essen“, also: kauen – da gab es keinen Zweifel. Auch wenn ich nicht wusste, wie ich all das verstehen sollte, glaubte ich ihm.

Das wahre Glück

Für viele der Menschen, die das gehört hatten, waren es jedoch unerträgliche Worte. Viele verließen Jesus nun. Als er aber uns, seine zwölf Jünger, fragte, ob auch wir ihn verlassen wollten, gab Petrus eine erstaunliche Antwort. „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68). Erst viel später, als Jesus von den Toten auferstanden war, verstand ich: Am Kreuz auf Golgotha hatte er sein Fleisch und Blut für uns hingegeben.

Jedes Mal, wenn wir die heilige Messe feiern, ist er wieder ganz bei uns und wir werden eins mit ihm, wenn wir ihn – das Brot des Lebens – in der Heiligen Kommunion empfangen. Er ist alles, was wir brauchen, und in ihm allein haben wir das ewige Leben. Versteht ihr? Eure Seele braucht Jesus selbst als Nahrung. Wenn wir an ihn glauben, ihm folgen und ihn immer wieder in der Eucharistie empfangen, finden wir das wahre Glück.

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