An einem Sonntagnachmittag: Jonas und Emma haben gerade mit Opa die Messe besucht. Wieder daheim schaltet Opa sein Handy ein, als – pling pling pling pling – ein Signal nach dem anderen ertönt. „Für dich, Emma: 47 Nachrichten!“, staunt Jonas. „Was ist denn da los?“ Emma schaut angestrengt auf das Handy. „In unserer Klassen-Chatgruppe geht es drunter und drüber. Morgen schreiben wir eine Mathearbeit. Einige haben wohl erst jetzt gemerkt, was sie noch lernen müssen.“
Da erscheint eine Nachricht von Tina: Emma, wo steckst du? Du musst mir heute noch alles erklären! Ich verstehe einfach gar nichts! [Schreckens-Emoji] Emma tippt: Ich bin doch sonntags immer bei Opa. Wir kommen erst heute Abend nach Hause. Schon plingt es zurück: Können wir dann wenigstens heute Abend zusammen lernen? Bitte! [Drei bittende Hände]
„Du musst ihr helfen!“, meint Jonas. „Dafür sind Freunde doch da.“ „Ich verstehe Tina ja“, sagt Emma. „Aber wenn ich die halbe Nacht mit ihr lerne, bin ich morgen so müde, dass ich mich nicht auf die Aufgaben konzentrieren kann. Ich brauch meinen Schlaf!“ „Aber Tina braucht dich … und dir schadet das Lernen bestimmt auch nicht“, beharrt Jonas. Emma wird ganz traurig. „Ich hab eigentlich immer meine Hausaufgaben gemacht …“
Nicht die Freundin alleine lassen
Da meldet sich Opa zu Wort: „Erinnert ihr euch an das Evangelium von heute?“ Jonas überlegt: „Das mit den zehn Mädchen, die zu wenig Öl für ihre Lampen mitgenommen haben?“ „Fünf waren klug und hatten genug Öl dabei“, korrigiert Opa. „Aber alle sind doch eingeschlafen“, meint Jonas, „auch die fünf Klugen.“ „Stimmt“, sagt Opa. „Sie mussten nicht die ganze Nacht wach bleiben. Sie hatten einfach vorher an das gedacht, was sie für die lange Wartezeit brauchten.“
Pling pling [Tränen-Emoji] … Emma schaut auf das Handy. „Tina schon wieder. Aber ich kann ihr doch nicht das Lernen der letzten Wochen abnehmen! Und wenn wir heute Nacht bis spät lernen, sind wir morgen beide k. o. – Wie steht es im Evangelium? Dann reicht es weder für uns noch für euch …“ Jonas überlegt. „Aber ganz allein lassen kannst du sie doch auch nicht.“ „Das will ich ja gar nicht“, sagt Emma.
Dann nimmt sie das Handy und spricht eine Nachricht auf: „Hi Tina, heute Abend schaffe ich es nicht mehr. Aber wenn du möchtest, setzen wir uns die nächsten Wochen zusammen und lernen gemeinsam für die nächste Arbeit. Dann haben wir genug Zeit und alles wird wieder gut. Versprochen. Und heute bete ich für dich“ [Herz und Kerze]. Sie schickt die Nachricht ab und legt das Handy weg.
Opa freut sich auf das Treffen mit dem Bräutigam
Opa legt ihr die Hand auf die Schulter. „Es gibt eben Dinge, auf die man sich nicht erst vorbereiten kann, wenn es schon so weit ist.“ „Wie bei den Lampen“, meint Jonas. „Oder bei Schulaufgaben“, seufzt Emma. „Oder beim Training für ein Turnier“, ergänzt Opa. „Stimmt!“, ruft Jonas. „Ein kluges Team bleibt immer am Ball.“
Emma atmet auf und lächelt. „Ich freu mich jetzt auf den Nachmittag mit euch und bin froh, dass ich morgen ausgeschlafen bin beim Test.“ „Und ich freu mich auf das Treffen mit dem Bräutigam“, sagt Opa. Die Kinder schauen ihn verwundert an: „Bist du auf eine Hochzeit eingeladen, Opa?“ „Jesus hat uns doch eingeladen, ihm zu begegnen. Und heute haben wir wieder unser Öl aufgefüllt.“
Der Autor ist ständiger Diakon, Lehrer und Theologe und lebt mit seiner Frau und vier Kindern bei Landsberg am Lech.
Auflösung zum Bibel-Quiz:
Wie viele Jungfrauen sind es? – Zehn
Wann erschallt der Ruf „Siehe, der Bräutigam“? – Mitten in der Nacht
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