Abstammungsrecht

Kardinal Müller: „Das Kind wird heute zur Ware“

Das „Bestellen“ von Kindern bei „Leihmüttern“ sei so schlimm wie der frühere Sklavenhandel, kritisiert der Kardinal. Auch die geplante „Reform des Abstammungsrechts“ sieht er kritisch.
Kardinal Gerhard Ludwig Müller:  "Das Kind wird heute zur Ware“
Foto: Francesco Pistilli (KNA) | Hinter dieser Aushöhlung des natürlichen Familienbegriffs stehe ein antichristliches, marxistisches Weltbild, so Müller. Die herrschende Ideologie des Westens bezeichnet er als „schizophren“.

„Wir werden nicht produziert wie ein Gegenstand der Industrie, sondern empfangen im Leib unserer Mutter, gezeugt von Vater und Mutter auf sexuelle Weise. Dann werden wir geboren und sind auf unsere Eltern angewiesen.“ Kardinal Gerhard Müller argumentiert in einem Interview mit Hedwig von Beverfoerde vom Aktionsbündnis „Demo für Alle“, warum die von der Ampel-Regierung geplante „Reform des Abstammungsrecht“, wonach es gesetzlich verankert werden soll, dass Kinder mehrere nicht-biologische Elternteile haben können, der christlichen Lehre und dem Naturrecht widerspricht. 

Es braucht zwei biologische Eltern zur Erziehung

Das Kind sei eine Person und keine Ware, die Erwachsene auf Wunsch bestellen könnten, meint der Kardinal in dem YouTube-Video. Noch dazu werden dadurch die „Leihmütter“, die meist aus armen Ländern kommen, ausgebeutet. 

 

Darüber hinaus stellt Müller fest, dass es beide biologischen Elternteile für die Erziehung bräuchte. „Die Erziehung ergibt sich als Pflicht aus der biologischen Verbundenheit“, sagt er. Bei der sogenannten „Mehrelternschaft“ werde die Kindheit in soziale Phasen aufgeteilt. Doch in Wahrheit zerschneide man „den einen homogenen Vorgang des Lebens“ und sei auf dem Weg, den Menschen zu einem Produkt zu machen. Das sei ein typisch kapitalistisches Verhalten.

Hinter dieser Aushöhlung des natürlichen Familienbegriffs stehe ein antichristliches, marxistisches Weltbild. Die herrschende Ideologie des Westens bezeichnet Müller als „schizophren“. Einerseits gäbe es ein romantisierendes Bild der Natur à la Rousseau, bei dem Kultur als schlecht gelte. Andererseits existiere ein neuzeitlicher Herrschaftsanspruch, der auf der marxistischen Lehre fußt. Mit technischen Mitteln wolle man den „neuen Menschen“ schaffen. In diese Kategorie falle auch die Geschlechtsumwandlung. „Aber man kann sein Geschlecht nicht umwandeln, genauso wenig wie ich mich „entleiben“ kann“, argumentiert Kardinal Müller. Deshalb sei Transgender ein „Verbrechen an Kindern“. DT/esu

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