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Geburtenziffer 2022 auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren

Im Durchschnitt bekamen deutsche Frauen 2022 nur noch 1,46 Kinder. Die Zahl sinkt im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent.
Geburtenrate in Deutschland gesunken
Foto: Fabian Strauch (dpa) | Damit die Bevölkerung eines Landes – ohne Zuwanderung – nicht schrumpft, müssten in hoch entwickelten Ländern rein rechnerisch etwa 2,1 Kinder je Frau geboren werden.

Die Geburtenrate 2022 in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit 2013 gefallen. Wie das in Wiesbaden ansässige Statistische Bundesamt (Destatis) jüngst mitteilte, lag die zusammengefasste Geburtenziffer im Jahr 2022 bei 1,46 Kindern je Frau. Im Vorjahr war die Geburtenhäufigkeit dagegen deutlich auf 1,58 Kinder je Frau gestiegen.

Insgesamt wurden im letzten Jahr 738.819 Kinder geboren, das sind rund 56.673 oder sieben Prozent weniger als 2021 (795.492 Neugeborene). 84 Prozent der Neugeborenen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit.

Nur 1,25 Kinder je Frau in Berlin

Am stärksten sank die Geburtenziffer des Jahres 2022 in den Bundesländern Hamburg und Berlin (zehn Prozent). In Bremen war der Rückgang mit vier Prozent am schwächsten. In Westdeutschland sank die Geburtenziffer im Vorjahresvergleich von 1,60 auf 1,48 Kinder je Frau, in den ostdeutschen Flächenländern von 1,54 auf 1,43 Kinder.

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Die Bandbreite der zusammengefassten Geburtenziffer 2022 reichte von 1,52 Kindern je Frau in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen bis zu 1,25 in Berlin. Bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sank die Geburtenziffer auf 1,88 Kinder je Frau (2021: 2,01), bei deutschen Frauen von 1,49 auf 1,36 Kinder je Frau. Ähnlich niedrig war die Geburtenhäufigkeit bei den deutschen Frauen zuletzt im Jahr 2012 (ebenfalls 1,36). Wie im Vorjahr haben zwei Drittel der 2022 geborenen Kinder (490.961) verheiratete Eltern.

Das durchschnittliche Alter der Mütter beim ersten Kind lag mit 30,4 Jahren geringfügig niedriger als 2021, bei Vätern unverändert 33,3 Jahre. Bezogen auf alle Geburten, also unabhängig von der Reihenfolge des Kindes, waren die Mütter bei einer Geburt im Durchschnitt 31,7 Jahre und die Väter 34,7 Jahre alt.

Die Totgeburtenquote steigt

Damit die Bevölkerung eines Landes – ohne Zuwanderung – nicht schrumpft, müssten in hoch entwickelten Ländern rein rechnerisch etwa 2,1 Kinder je Frau geboren werden. Hohe Geburtenzahlen gab es in Deutschland einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Babyboom erreichte 1964 mit 1,36 Millionen einen Höchststand, dem ein starker Rückgang der Geburten folgte. Im Jahr 2011 wurde mit 663.000 Neugeborenen die niedrigste Geburtenzahl seit 1946 registriert.

Außerdem ermittelte das Statistische Bundesamt, dass die relative Zahl der Totgeburten je  1.000 Geborenen (Totgeburtenquote) von 4,3 auf 4,4 gestiegen ist. Der Anstieg hängt damit zusammen, dass die Zahl der lebend geborenen Kinder im Vorjahresvergleich stärker sank als die Zahl der Totgeburten, tendenziell ist er aber seit zehn Jahren zu beobachten. Auffällig bei den aktuellen Zahlen ist, dass die Totgeburtenquote bei den Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit mit 5,0 Totgeburten je 1.000 Geborenen deutlich höher liegt als bei den deutschen Frauen mit 4,1.  DT/chu

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