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Nächstenliebe will gelernt werden

Mit viel Humor und einer überragenden Hauptdarstellerin erzählt „Die Kunst der Nächstenliebe“ von einer Frau mit den besten sozialengagierten Absichten.
Garcías Filmtipp: "Die Kunst der Nächstenliebe"
Foto: Neue Visionen | Isabelle (Agnès Jaoui) ist sozial hyperaktiv. Neben Kleidersammlungen und Suppenküchen kümmert sie sich auch noch um Migranten und Sozialschwache, denen sie einen Sprachkurs anbietet.

Isabelle (Agnès Jaoui) ist voller guter Absichten, so der Original-Filmtitel des französischen Spielfilms „Die Kunst der Nächstenliebe“: „Les Bonnes Intentions“. Die Fünfzigjährige ackert sich wirklich für ihre „Schützlinge“ ab, eilt von der Kleidersammlung zur Suppenküche ... und kommt immer zu spät zu dem Französischunterricht, den sie für Zuwanderer und analphabetische Franzosen in einem Sozialzentrum hält.

Die Sozialengagierte muss etwas Neues ausprobieren

Dass sie deshalb mit dessen Direktor Probleme bekommt, war abzusehen. Schwerer wiegt es aber, dass sich ihr Mann Ajdin (Tim Seyfi) und ihre Kinder, vor allem Tochter Zoé (Lucy Ryan), vernachlässigt fühlen. Im Interview sagt Agnès Jaoui dazu: „Es ist manchmal einfacher, sich um andere zu kümmern als um die eigene Familie. Aber ich denke, in Isabelles Fall ist das nicht fair. Isabelle ist eine großartige Mutter!“

Als aber in der Parallelklasse Elke (Claire Sermonne) – dazu auch noch eine Deutsche, die Französisch unterrichtet! – mit ihren modernen pädagogischen Methoden immer mehr Schüler aus Isabelles Klasse anzieht, da muss die Sozialengagierte etwas Neues ausprobieren: Sie will den Fahrlehrer Attila (Alban Ivanov) überzeugen, kostenlos für ihre Schüler Fahrunterricht anzubieten.

Viele humorvolle Elemente machen einiges wett

Im Unterschied zu den beeindruckenden französischen Filmen „Der Glanz der Unsichtbaren“ und „Alles außer gewöhnlich“, die letztes Jahr ins Kino kamen und die vom Engagement einiger weniger Menschen um obdachlose Frauen respektive um Autisten erzählten, stellen Regisseur Gilles Legrand und seine Mit-Drehbuchautorin Léonore Confino die Protagonistin in den Mittelpunkt. 

Selbst wenn die mit ihrem übereifrigen Engagement verbundenen familiären Probleme und ihre Selbstzweifel eher oberflächlich behandelt werden, machen die vielen humorvollen Elemente und vor allem eine überragende Agnès Jaoui, die als Drehbuchautorin und Regisseurin viele internationale Preise gewonnen hat, vieles wieder wett.

Die Kunst der Nächstenliebe“, Regie: Gilles Legrand, 103 Minuten. Auf DVD: EAN 4009750302224, EUR 12,59

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