Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Würzburg

Islamisten werben junge Europäer an

Die sehr intensive schwedische Netflix-Serie „Kalifat“ zeichnet den Antiterrorkampf moralisch komplexer als üblich in dem Genre.
Netflix-Serie "Kalifat"
Foto: Netflix | Der Film, der durchaus an Komplexität und Spannung mit amerikanischen Filmen mithalten kann, zeigt sehr differenzierte Charaktere der Hauptpersonen.

Nach zahlreichen US-Spielfilmen hat sich jetzt die schwedische Netflix-Serie „Kalifat“ dem islamistischen Terror angenommen.  Die junge Pervin war ihrem Mann nach Syrien gefolgt und erlebt nun den IS-Horror mit.  Sie will zurück nach Stockholm, auch wegen ihrer Tochter.  Der Kommandochef ihres Mannes bereitet bereits einen Terroranschlag in Schweden vor.

Lesen Sie auch:

Erschreckend, dass sich westliche Jugendliche radikalisieren lassen

Der Film, der durchaus an Komplexität und Spannung mit amerikanischen Filmen mithalten kann, zeigt sehr differenzierte Charaktere der Hauptpersonen. Pervins Mann will kämpfen, hat aber Angst vor dem Märtyrertod. Auch bereut er seine Taten als Soldat. Bei den Frauen kommt ein heimlicher Geliebter ins Spiel, auch wird klar, dass der Attentäter zuvor jungen Menschen zu Islamisten zu machen versucht.  Erschreckend ist andererseits, das sich westliche Jugendliche überhaupt radikalisieren lassen.

Der häufige Szenenwechsel zwischen Schweden und Syrien erhöht zusätzlich die Spannung. Dass der Film nicht auf ein Happy Ende hinausläuft, unterscheidet ihn umso mehr von amerikanischen Streifen. Insgesamt stellt der Film komplexere Fragen als sonst üblich in dem Genre.

„Kalifat“, Schweden 2020.
Serienentwickler: Wilhelm Behrman, 8-teilige Serie mit insgesamt 360 Minuten, auf Netflix

Warum die Netflix-Serie "Kalifat" dem Zuschauer einiges zumutet, erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Redaktion Islamisten Kalifat

Weitere Artikel

Nach Sturm der Entrüstung: Erzbischöfin zieht nach Preisverleihung an radikalen Imam zurück.
25.09.2026, 07 Uhr
Claudia Hansen
Gewaltbereite Islamisten lassen sich nicht umerziehen, schreibt der Politik- und Islamwissenschaftler Andreas Jacobs in einem Gastbeitrag.
30.07.2026, 05 Uhr
Andreas Jacobs

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig