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Eine beschwerliche Reise zurück zur Familie

Neben seiner rasanten Animation ragt im Animationsfilm „Everest – Ein Yeti will hoch hinaus“ die Betonung von Familie und Freundschaft heraus.
Garcías Filmtipp: "Everest"
Foto: Universal | Auf ihrer langen Reise in das Himalaya-Gebirge, wohin sie den kleinen Yeti zu seiner Familie bringen wollen, werden Jin, Peng und Yi (v.l.n.r.) dicke Freunde des gutmütigen, weißen Wollknäuels.

Das Animationsstudio „DreamWorks“ setzte sich zunächst vom großen Konkurrenten „Pixar“ und von dessen familienfreundlichen Filmen durch einen dreist-respektlosen Humor ab. Gutes Beispiel dafür ist der erste große „DreamWorks“-Erfolg „Shrek – Der tollkühne Held“ (2001). Allerdings vollzog sich mit „Shrek der Dritte“ (2007) eine augenfällige Kehrtwendung. Nun spielten Familie, Freundschaft und Verantwortung eine weitaus größere Rolle. Der nun im regulären Kinoprogramm anlaufende „DreamWorks“-Film „Everest – Ein Yeti will hoch hinaus“ betont ebenfalls diese Werte.

Den kleinen Yeti zurück zur Familie bringen

Nachdem ein kleiner Yeti aus einem Versuchslabor in einer chinesischen Großstadt entkommen ist, wird er von der neugierigen und umtriebigen Yi entdeckt. Zusammen mit ihren Freunden Jin und Peng macht sie sich auf eine sehr lange Reise auf, um den kleinen Yeti „Everest“ zu seiner Familie in das Himalaya-Gebirge zurückzubringen.

Allerdings werden sie auf ihrer beschwerlichen Reise verfolgt. Denn der alte, reiche Burnisch möchte den Yeti unbedingt seiner Sammlung einverleiben. Dabei wird er von der Zoologin Dr. Zara und von einer regelrechten Armee unterstützt.

Der Film beschreibt das Wesen als alles andere als „abscheulich“

Die vollplastischen menschlichen Figuren mit ihren leicht asiatischen Gesichtszügen drücken Emotionen aus. Die Vielfalt ihrer verschiedene Gemütsregungen äußernden Gesten kontrastiert mit den stilisierten Hintergründen der Großstadt, wenn auch später die Landschaften detailgenauer gezeichnet werden. Unterstützt wird die Handlung durch die schöne Geigenmusik, die Yi spielt.

Sehen Sie hier den Trailer zum Film

Vor einem Jahr setzte Warner in „Smallfoot – Ein eisigartiges Abenteuer“ eine ähnliche Thematik in einen Animationsfilm um, der den Mythos des riesigen Schneemenschen aus ungewohnter Perspektive erzählte. „Everest“ beschreibt das legendenhafte Wesen als alles andere als „abscheulich“ – womit der Originaltitel „Abominable“ aufs Korn genommen wird. Dass Yi von dem Wunsch angetrieben wird, den Spuren ihres verstorbenen, von ihr vermissten Vaters zu folgen, verleiht dem Film eine zusätzliche Tiefe.

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José García

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