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Ein Regentag kann alles verändern

Kritik an der Filmindustrie und ein Loblied auf die amerikanische Metropole: Woody Allens „A Rainy Day in New York“.
Garcías Filmtipp: "A rainy day in New York"
Foto: Jessica Miglio | Gatsby (Timothée Chalamet) und Ashley (Elle Fanning) fahren zusammen nach New York, wo die junge Frau ein Interview führen soll. Die beiden möchten ein romantisches Wochenende dort verbringen.

In seinem je nach Zählung 49. oder 50. Spielfilm in einem halben Jahrhundert kehrt Woody Allen nach Manhattan zurück, um die romantische Komödie „A Rainy Day in New York“ zu drehen.

Am Ende ist alles anders als geplant

In einer kleinen Universitätsstadt haben sich Gatsby (Timothée Chalamet) und Ashleigh (Elle Fanning) kennen- und lieben gelernt. Er stammt aus einer wohlhabenden New Yorker Familie, ist ein kleines Genie. In der Kleinstadt sucht der waschechte New Yorker Gatsby offensichtlich Abstand von seiner versnobten Familie – ohne jedoch auf ihr Geld zu verzichten. Als Ashleigh das Angebot erhält, für die Unizeitung ein Interview mit dem berühmten Filmregisseur Roland Pollard (Liev Schreiber) zu führen, bietet sich Gatsby an, ihr seine Lieblingsorte in Manhattan zu zeigen und ein romantisches Wochenende in der Großstadt zu verbringen. Doch dann läuft alles anders als geplant: An einem verregneten Tag in New York können ganz schön viele Dinge passieren – und am Ende ist alles ganz anders als geplant.

 

Wie in den meisten Woody-Allen-Filmen spielt von Anfang an die Musik eine besondere Rolle. In seiner dritten Zusammenarbeit mit dem New Yorker Regisseur entlockt Kameramann Vittorio Storaro der Stadt wunderbare Bilder, auch wenn die geplante Kutschfahrt im Central Park – eine Reminiszenz an Allens „Manhattan“ (1979) – doch nicht stattfinden wird.

Zu den immer wiederkehrenden Themen in den Woody-Allen-Filmen gehört auch die Kritik an der Filmindustrie: Der berühmte Regisseur, der zerrissene Drehbuchautor (Jude Law), ein bekannter, aber oberflächlicher Schauspieler (Diego Luna) werden zum Ziel seiner allerdings kaum bissigen Kritik. Demgegenüber wird seine Sympathie für die kleinen „Independent“-Produktionen deutlich.

Lobeshymne auf Woody Allens New York

Der pessimistische Zynismus, der manch einen Film des New Yorker Regisseurs durchzieht, etwa in seinem letzten Film „Wonder Wheel“ (2017) erscheint hier durch die Jugend seiner Protagonisten und insbesondere durch Ashleighs Naivität abgemildert. „A Rainy Day in New York“ ist eine romantische Komödie und vor allem auch eine Lobeshymne auf „seine“ Stadt.

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José García

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