Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Diskriminierende Sprache

Der Filmklassiker „Mary Poppins“ ist nicht mehr jugendfrei

Wegen „diskriminierender Sprache“ dürfen Kinder in Großbritannien den Film nur unter Aufsicht sehen.
Disney-Film "Mary Poppins"
Foto: Rights Managed via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | In einer Szene des Films bezeichnet „Admiral Boom“ mit dem Begriff "Hottentotten" rußgesichtige Schornsteinfeger, die auf einem Dach tanzen, und ruft: „Alarm, wir werden von Hottentotten angegriffen! Schwarze Teufel!“

Nun hat es „Mary Poppins“ erwischt. Die Disney-Realverfilmung des Klassikers von P.L. Travers, der als „Mary Poppins“ im Jahr 1964 ins Kino kam, und selbst zu einem Klassiker wurde, hat von der britischen Filmklassifizierungsstelle „British Board of Film Classification (BBFC)“ eine neue Einstufung erhalten. Die Freigabe wurde von „U“ – was für Universal steht – auf PG („Parental Guidance“, Elternaufsicht) geändert. Es wird zumindest empfohlen, dass Kinder bis acht Jahre den Film möglichst nur unter elterlicher Aufsicht sehen. 

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Als Grund für die Neueinstufung wird „diskriminierende Sprache“ angeführt. Laut der britischen Tageszeitung „Daily Mail“ liegt der Grund darin, dass das Wort „Hottentots“, zu deutsch Hottentotten, verwendet wird, eine heute als abwertend und rassistisch eingestufte Bezeichnung für indigene Volksgruppen im südlichen Afrika. Verwendet wird das verpönte Wort in zwei Szenen des Films. In einer Szene fragt „Admiral Boom“, ein pensioniertes Mitglied der Kriegsmarine, die Kinder der Protagonistenfamilie „Banks“, ob sie „gegen die Hottentotten kämpfen oder nach einem Schatz graben“ wollen. In einer anderen Szene bezeichnet „Admiral Boom“ mit diesem Begriff rußgesichtige Schornsteinfeger, die auf einem Dach tanzen, und ruft: „Alarm, wir werden von Hottentotten angegriffen! Schwarze Teufel!“

Animationsfilme mit Warnhinweis versehen

Die BBFC gibt an, den historischen Kontext des Films berücksichtigt zu haben, der im London des frühen 20. Jahrhunderts spielt. Dennoch macht laut der Filmklassifizierungsstelle die diskriminierende Sprache im Film eine Neueinstufung erforderlich. Eltern sollen dafür sorgen, dass ihre Kinder nichtdiskriminierende Sprache reproduzieren, ohne das „mögliche Beleidigungspotenzial zu erkennen“.

Schon vor Jahren begann der Streaming-Dienst „Disney TV+“ klassische Animationsfilme wie „Dumbo“, „Aristocats“ oder „Das Dschungelbuch“ mit einem Warnhinweis zu versehen: „Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht-korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen. Diese Stereotype waren damals falsch und sind es noch heute.“ Bei „Mary Poppins“ ist, zumindest in der deutschen Fassung des Streaming-Dienstes, jedoch (noch) nicht der Fall.  DT/jg

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