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Ludwig Feuerbach belegt seine Thesen nicht

Der Atheist verzerrt das Christentum und macht es so für seine Theorie passend, meint der Sprecher der Karl-Leisner-Jugend in Münster.
Grab Ludwig Feuerbachs
Foto: Jean Rodewald | Grab Ludwig Feuerbachs

Für den vor 150 Jahren gestorbenen Philosophen Ludwig Feuerbach war Religion letztlich Anthropologie: So wie der Mensch denke, so sei auch sein Gott. Doch seine Schriften wirken bis heute. Wie der Sprecher der Karl-Leisner-Jugend in Münster, der Priester Peter van Briel gegenüber der Tagespost erklärt, sei bei der Lektüre von Feuerbach klar, „der hat einfach nicht recht“.

Durchschaubarer Atheismus

Feuerbach setzte nämlich in seiner ganzen Philosophie schlicht voraus, dass es keinen Gott gibt, ohne das aber zu beweisen. Stattdessen habe sich Feuerbach bemüht, Religion als vom Menschen gemacht und als Projektion von Sehnsüchten und Idealen zu erweisen. 

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Dieser Atheismus sei allerdings leicht durchschaubar, so van Briel, weil auch Völker wie die alten Griechen oder Naturvölker, wie sie Feuerbach anführt, keinen Anspruch auf das wahrhaft Göttliche erhoben hätten. Warum es aber die Schöpfung gibt, darauf hätten weder diese Völker noch Feuerbach eine Antwort gegeben.

„Wir glauben Gott, weil Er existiert“

Nach Peter van Briel wird in dieser Theorie auch nicht erklärt, warum es überhaupt diese Sehnsüchte gibt. Ohne Transzendenz werde auch die Projektionsthese hinfällig. Anders als Feuerbach meint, habe die Theologie gerade die Aufgabe, die Jenseitigkeit und Unverfügbarkeit Gottes immer wieder davon zu befreien, menschlichen Bedürfnissen zu Diensten zu sein.

Irdisches Wunschdenken müsse gerade von Gott ferngehalten werden: „Wir glauben an Gott grundsätzlich nicht aus einem bestimmten egoistischem Grund - sondern schlichtweg deshalb, weil Er existiert“, erklärte van Briel.  DT/ari

Ist der Protestantismus einer der Beweggründe der lebenslangen Religionskritik Feuerbachs? Die Antwort auf diese und weitere Fragen erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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