Von der späteren Mitte des Lebens aus betrachtet, in der sich die Zukunft verkürzt und die Vergangenheit fast in die Unendlichkeit streckt, liest sich die Zeit der Jugend rückblickend als großer Aufbruch. Für die Generation X wohnte den 80er- und 90er-Jahren ein Zauber inne, der von Hoffnung und Zuversicht getragen war. Kants Idee vom ewigen Frieden zeichnete den Hoffnungshorizont und war auf einmal keine naive Utopie mehr, sondern ein praktisches Rechtsideal, das sich schrittweise verwirklichen ließe. Mit dem Fall der Mauer 1989 wirkte Francis Fukuyamas These vom Ende der Geschichte wie der warme Duft des Frühlings.
Goodbye, schöne lllusion
Dystopie statt „Ende der Geschichte“: Die Ideale und Hoffnungen der 90er sind geschwunden. Übrig bleibt nostalgisch gefärbte Nüchternheit.
