Ankleidepüppchen aus Papier zum Ausschneiden haben eine 400-jährige Geschichte. Früher kolorierte Kupferstiche, erlebten sie über die Jahrhunderte eine glanzvolle Metamorphose mit faszinierenden Erscheinungsformen. Bis heute kann man sich „Paper Dolls“ basteln, online am Bildschirm, bald sicher mit KI-Option.
Eine Art kulturpolitisches Ankleidepüppchen stellt Tricia Tuttle dar, die nach kaum zwei Jahren als Berlinale-Chefin abgelöst werden soll: Hätte sich Rot-Grün eine Festivalleiterin im Spielzeug-Katalog aussuchen können, es wäre eine kleine Tricia geworden. Unter Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) war sie als Intendantin der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) installiert worden, als Symbolfigur eines neuen Kulturverständnisses, als politisches Statement für mehr Diversität – und mehr wokes Denken beim Thema „Film & Förderung“.
Viel politische Naivität und reichlich Sendungsbewusstsein
Mit viel politischer Naivität und reichlich Sendungsbewusstsein ausgestattet, gelang es Tuttle jedoch nicht, die Berlinale künstlerisch strahlkräftig aufzustellen. Als jetzt 2026 die erste Berlinale über die Filmleinwände der Hauptstadt lief, die von vorne bis hinten in Tricia Tuttles Verantwortung fällt, kam es prompt zum Eklat.
Eine Rede des syrisch-palästinensischen Regisseurs Abdallah Alkhatib war auf heftigen Widerspruch gestoßen. Er hatte der Bundesregierung vorgeworfen, Partner „des Völkermords im Gaza-Streifen“ zu sein. Zudem hatte er gedroht, man merke sich jeden, der an der Seite der Palästinenser stehe, und jeden, der auf der anderen Seite sei.
Umweltminister Carsten Schneider verließ daraufhin den Saal und teilte mit, die Aussagen seien nicht akzeptabel. Auch die Bundesregierung wies den Völkermord-Vorwurf umgehend zurück. Ermutigt durch das hilflos-neutrale Raushalten der Berlinale-Chefin aus dem internationalen Gaza-Gegrummel linker „Filmschaffender“ hatte Alkhatib die Gunst der Stunde genutzt und auf großer Bühne eine Hamas-Version des Gaza-Konflikts verkündet.
Juden- und israelfeindliche Propaganda
Eigentlich prägen nur zwei Großveranstaltungen das Bild vom Kulturland Deutschland in der Welt: die Documenta und die Berlinale. Und beide ächzen unter juden- und israelfeindlicher Propaganda beteiligter Künstler. Daran muss sich schnell etwas ändern.
Tricia Tuttle, die abwechselnd in London und Berlin lebt, war für die Spitze der Berlinale die völlig falsche Wahl, auf das Brummen des Goldenen Bären folgte deshalb jetzt der Katzenjammer.
Tuttle hat in ihrem persönlichen Auftreten immer woken Aktivismus mit beruflicher Kulturarbeit vermischt. Mit ihrer Lebensgefährtin Briony Hanson, Leiterin der Filmabteilung des British Council, sind die beiden Eltern von Zwillingen. Briony Hanson und Tricia Tuttle belegten im Jahr 2019 in der von der britischen Tageszeitung „Independent“ zusammengestellten Liste gleichgeschlechtlicher Promi-Paare „Pride Power Couples“ den ersten Platz.
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