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Die Frage nach der ethischen KI

Menschen haben Künstliche Intelligenz geschaffen und müssen ihr Grenzen setzen. Doch gerade darin liegt die Schwierigkeit.
Naser/Benanti
Foto: Imago/Independent Photo Agency Int. | Papst-Berater Paolo Benanti fordert ethische „Leitplanken“ für Künstliche Intelligenz.

„Mir macht nicht die Künstliche Intelligenz Angst, sondern die natürliche Dummheit“, sagt der Franziskaner Paolo Benanti, der Papst Leo XIV. in Sachen KI berät, in einem Interview mit der „Welt“. Es seien die Menschen, die KI kontrollierten, vor denen er sich fürchte. Das klingt zunächst einleuchtend, denn schließlich ist die Maschine kein eigenständiges moralisches Wesen. Sie ist lediglich ein Werkzeug, das Menschen geschaffen haben.

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Doch gerade wenn die „natürliche Dummheit“ des Menschen die eigentliche Gefahr ist, stellt sich die Frage, wie sich diese auf die Künstliche Intelligenz als Werkzeug auswirkt. Denn Menschen entscheiden in erster Linie, zu welchem Zweck die KI überhaupt entwickelt wird. Zeigt sich die von Benanti genannte „natürliche Dummheit“ dabei etwa in Form von Gier oder Verantwortungslosigkeit, kann sich das auch auf die Ziele auswirken, die mit der Technologie verfolgt werden. Eine leistungsfähige Technologie schafft dann lediglich neue Möglichkeiten, falsche Ziele effizienter zu erreichen.

Wer soll die Kontrolle haben?

Damit stellt sich aber die Frage, wer die KI eigentlich kontrollieren soll. Benanti fordert, dass Menschen der Maschine ethische „Leitplanken“ setzen. Am Beispiel eines selbstfahrenden Autos macht er deutlich, warum: Erhält es lediglich den Auftrag, möglichst schnell zum Flughafen zu fahren, hätte es selbst „keine ethischen Bedenken“, einen Fußgänger zu überrollen. Deshalb müsse der Mensch dafür sorgen, dass eben nicht jedes Mittel recht sei. Dieses Prinzip bezeichnet Benanti als „Algorethik“.

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Beim Fußgänger, der den Zebrastreifen überquert, ist die Sache einfach. Denn bei dieser Frage herrscht Einigkeit. Schwieriger wird es dort, wo Menschen darüber streiten, was richtig und falsch ist. Denn es gibt nicht „den Menschen“, der der Künstlichen Intelligenz ihre Regeln vorgibt. Verschiedene Akteure wie Unternehmen und Staaten haben nicht nur unterschiedliche Interessen, sondern vor allem unterschiedliche Vorstellungen davon, was gut und richtig ist. Zudem decken sich die moralischen Maßstäbe von Gesetzgebern und Regulierungsbehörden keineswegs in allen Fragen mit denen der katholischen Kirche. Gleichzeitig bestimmen sie maßgeblich mit, welche Grenzen Künstlicher Intelligenz gesetzt werden. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie würden die „Leitplanken“ aussehen, die der KI gesetzt werden?

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Jakob Naser Künstliche Intelligenz Leo XIV.

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