Die postkoloniale Linke erfinde sich mit Blick auf Gaza neu, meinte jüngst der ZEIT-Journalist Ijoma Mangold im Interview mit der „Tagespost“. Das ist richtig, geht aber nicht weit genug: In Wirklichkeit sind die Palästina-Solidarität und die Anklage Israels als Kriegsverbrecher oder gar Völkermörder zu einem neuen einheitsstiftenden Motiv geworden, das Linke und Rechte miteinander verbindet. Erstaunlicherweise gibt es eine solche Anti-Israel-Querfront inzwischen sogar in den USA, wo in der Vergangenheit vor allem die Wähler der Republikaner traditionell immer felsenfest an Israels Seite standen.
Politisierte Popkultur
Der Gaza-Krieg sorgt dafür, dass sich die politische Unterscheidung von Freund und Feind auf die Sphäre der Unterhaltung ausweitet. Das raubt ihr aber die versöhnende, einende Kraft.
