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„Den Zeitgeist mit guten Argumenten erreichen“

Der Wiener Psychiater Raphael Bonelli setzt auf eine „Psychologie, die nach oben offen ist“ und boomt damit auf YouTube.
Der Wiener Psychiater Raphael Bonelli
Foto: Archiv | Die Nachfrage nach den Vorträgen von Priestern, Bischöfen und Theologen seien auf YouTube eher gering, analysiert Bonelli.

Mehr als 60.000 Abonnenten und Spitzenwerte von 400.000 Zusehern hat der YouTube-Kanal des Wiener Psychiaters und Psychotherapeuten Raphael Bonelli bereits wenige Monate nach seinem Start. Bonelli ist mit seinem Institut „Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie“ (RPP) seit 2007 ein Pionier des Dialogs zwischen der Psycho-Szene einerseits, der Welt von Glaube, Religion, Theologie und Philosophie andererseits. Die Wahrheit mache den Menschen immer frei, zeigt sich Bonelli im „Tagespost“-Interview überzeugt.

Viele Menschen haben „die permanente Ich-Erhöhung“ satt

Den Erfolg seines RPP-YouTube-Kanals erklärt der Wiener Psychiater damit, dass viele Menschen „die permanente Ich-Erhöhung“ satt hätten und merken würden, „dass es nicht funktioniert, immer nur sich selbst zu lieben und um sich zu kreisen“. Bonelli wörtlich: „Es gibt zeitgeistige Prediger, die die Selbstfixierung des Menschen bestätigen. Durch unseren Kanal können wir den Zeitgeist mit guten Argumenten erreichen und das Bewusstsein verändern.“ Über YouTube erreiche das RPP-Institut viele „Menschen, die mit Religion nichts zu tun haben, aber nachdenklich werden“.

Eine Psychologie, "die nach oben offen ist“

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Die Nachfrage nach den Vorträgen von Priestern, Bischöfen und Theologen seien auf YouTube eher gering, analysiert Bonelli. Gefragt sei eine „Psychologie, die nach oben offen ist“. Bonellis Fazit gegenüber der „Tagespost“ lautet: „Wir können Religion nicht mehr unverdünnt an den Mann bringen.“ Aber: „Wer bereit ist, dem Wahren, Guten und Schönen entgegen zu streben, der sucht. Und wer sucht, der findet.“ RPP habe auf YouTube ein Auditorium, „das teilweise religiös unmusikalisch ist“. Bonelli wörtlich: „Wir sind mitten in der Gesellschaft angekommen.“

DT/sba

Das Interview mit Raphael Bonelli im vollen Wortlaut lesen Sie in der kommenden Ausgabe der "Tagespost". Holen Sie sich das ePaper dieser Ausgabe kostenlos

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Redaktion Prediger

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