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Elon Musk: Warum er Kinder im Reagenzglas zeugt

Mehr Kinder für eine bessere Wirtschaft: Pronatalisten sind nicht von christlichen Motiven angetrieben.
Elon Musk mit Sohn
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | „Kinderkriegen rettet die Welt“, meint Multimilliardär Elon Musk, hier mit einem seiner neun Söhne. Schon oft hat er vor einem weltweiten Bevölkerungskollaps gewarnt.

Elon Musk, der reichste Mensch der Welt, hat mindestens zwölf Kinder, mit drei verschiedenen Frauen. Sie wurden mit künstlicher Befruchtung gezeugt. „Wenn die Menschen nicht mehr Kinder bekommen, wird die Welt zusammenbrechen“, so der Besitzer von X. Niedrige Geburtenraten seien für die Welt bedrohlicher als der Klimawandel, denn sie brächten eine globale Überalterung und wirtschaftliche Stagnation mit sich, findet der Milliardär.

Musk ist sogenannter Pronatalist. Das heißt, er befürwortet auf politischer Ebene das Wachstum der Bevölkerung, sprich kinderreiche Familien. Das Gegenteil des Pronatalismus ist der sogenannte Antinatalismus. Antinatalisten sprechen sich für freiwillige Kinderlosigkeit aus, etwa um nichterneuerbare Energieträger nicht zu erschöpfen, wie sie argumentieren. „Wer nicht geboren wird, hat keine Probleme“ – das hat diese Strömung zu ihrer Leitthese erkoren.

Kinderreichtum gewöhnlich in den ärmeren Regionen

Eigentlich erstaunlich, diese großfamilienfreundlichen Aussagen der Pronatalisten aus dem Silicon Valley. Finden sich Familien mit vielen Kindern doch statistisch gesehen nicht gerade dort, wo westlicher Wohlstand regiert. Ein Beispiel: Das Land mit der höchsten Geburtenrate ist Niger. 2021 lag sie bei 6,82 Kinder pro Frau. Gleichzeitig ist Niger eine der ärmsten Nationen weltweit. Und auch in Deutschland findet man Großfamilien tendenziell leichter in den religiös geprägten Milieus, als bei den wirtschaftlichen Karrieremachern. 

An Gleichgesinnten mangelt es Musk im Silicon Valley jedoch nicht. Da wäre etwa der New Yorker Marketing-Professor und Start-Up-Gründer Scott Galloway. Für diesen bedeutet Bevölkerungsrückgang Armut: Je niedriger die Geburtenrate, desto geringer sei die Chance, dass innovative Forscher und Erfinder geboren würden, so sein Standpunkt. Außerdem habe die Vergangenheit gezeigt, eine hohe Geburtenrate beuge Ernährungsunsicherheiten vor.

Rosinenpickerei bei Embryos

Radikal pronatalistisch eingestellt ist auch das US-amerikanische Unternehmer-Ehepaar Collins. Simone und Malcolm haben drei Kinder, und hoffen auf vier weitere. Auch ihre Kinder sind allesamt mithilfe von Reagenzgläsern zur Welt gekommen. Sie wählten sie unter vielen Embryos aus, um Kinder ohne genetische Auffälligkeiten zu bekommen, wie zum Beispiel den Hang zur Migräne. Wie die meisten Pronatalisten vertreten die Collins liberale Ansichten, befürworten Abtreibung und setzen sich für LGBTQ-Rechte ein. Vor wenigen Jahren gründeten sie die erste pronatalistische Organisation weltweit. Selbstverständlich ist diese frei von religiösen Werten. Ungewöhnlich, diese Kombination. Schließlich würden die meisten Kinder in Amerika gerade in konservativ-christlichen und jüdisch geprägten Familien zur Welt kommen, sagen die Collins selber. Diese seien die einzigen Gruppen, die dem kulturellen Massensterben entkämen.

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Elisabeth Hüffer

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