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Polen: Streit um Religionsunterricht eskaliert

Das Verfassungsgericht hat eine Regierungsverordnung kassiert – doch der ist das egal. 
Barbara Nowacka
Foto: IMAGO/DAMIAN BURZYKOWSKI (www.imago-images.de) | Scheut den Konflikt mit der Kirche nicht: Bildungsministerin Barbara Nowacka.

Der Konflikt um den Religionsunterricht in Polen geht in die nächste Runde, nachdem die amtierende Mitte-Links-Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk sich weigert, einer Entscheidung des obersten Gerichts folge zu leisten. Dies wurde Ende letzter Woche bekannt. Zuvor hatten die katholische Kirche und, wie die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) berichtet, der polnische ökumenische Rat, sich an das Verfassungsgericht gewandt, welches eher als Unterstützer der nationalkonservativen PiS-Vorgängerregierung gilt.

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Der Streit, so schreibt Tagespost-Autor Patryk Zając in einer Analyse für die kommende Printausgabe unserer Zeitung, sei vor dem Hintergrund einer tiefen Krise der Rechtsstaatlichkeit in Polen zu verstehen, die noch in der Zeit des Kommunismus wurzele. Vordergründig geht es bei dem Streit zwischen Staat und Kirche um eine Reform des Religionsunterrichts: Das Bildungsministerium hat eine Verordnung erlassen, nach der der Religionsunterreicht von zwei Stunden auf eine Stunde pro Woche reduziert, die Note aus dem Notenschnitt der Schüler herausgenommen und der Religionsunterricht auf die erste oder letzte Stunde des Unterrichts verlegt werden kann. Die Verordnung wurde dabei nicht im Einvernehmen mit den Kirchen vorgenommen, wie es nach Ansicht von Fachleuten gesetzlich vorgeschrieben gewesen wäre, schreibt Zając. (DT/jra)

Wie sich die Katholische Kirche in Polen insgesamt zur Frage des Religionsunterrichts stellt, welche Szenarien nun diskutiert werden und welche Auswirkungen die Reform auf die polnische Priesterschaft haben könnte, erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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