Vatikanstadt

Kommentar um "5 vor 12": Benedikts Menetekel

Dass ein emeritierter Papst davor warnt, die strenge Zölibats-Regel zu durchbrechen, birgt eine Dramatik in sich, die nicht zu unterschätzen ist.
Papst Benedikt XVI.
Foto: Michael Kappeler (dpa) | Niemand habe so viel für die Opfer und die Aufklärung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche getan, wie der emeritierte Papst Benedikt XVI., meint Pater Pauls Maria Tautz.

Die Brisanz ist nicht zu unterschätzen. Papst Franziskus muss jetzt entscheiden, wie er mit der Empfehlung der Amazonas-Synode umgeht, im Einzelfall Ständige Diakone zu Priestern zu weihen und die strenge Zölibats-Regel damit zu durchbrechen. Würde nur der Präfekt der Liturgiekongregation, Kardinal Robert Sarah, dazu nun ein Buch vorlegen, wäre das schon eine Sensation. Der zuständige Kurienkardinal warnt den amtierenden Papst öffentlich vor einem Schritt in die falsche Richtung.

Zwei Päpste – zwei unterschiedlich Haltungen

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Dass aber auch ein emeritierter Papst als Co-Autor auftritt, dasselbe Anliegen Sarahs unterstützt und diesen Schritt damit begründet, dass er angesichts der Schwere der Materie nicht weiter schweigen könne, birgt eine Dramatik in sich, die nicht zu unterschätzen ist. Zwei Päpste – zwei unterschiedlich Haltungen, wenn man davon ausgehen kann, dass Franziskus das Votum der jüngsten Synode zu den „viri probati“ nicht einfach abschmettern wird. Der Vorgang spiegelt so einen Grundzug des aktuellen Ringens um den Kurs der Kirchenführung wieder. Ein guter Teil der Kardinäle und des Weltepiskopats befürchtet, dass Franziskus in seiner Sorge um pastorale Lösungen den Kern des Katholischen verletzt. Das ist heftig.

 

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