Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Erfurt/Würzburg

Jeder Zweite unzufrieden mit kirchlichem Umgang mit Missbrauch

49 Prozent der Deutschen sind der Meinung, die katholische Kirche in Deutschland gehe nicht energisch gegen Missbrauch innerhalb der eigenen Reihen vor. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Tagespost-Umfrage.
Proteste bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.
Foto: ULMER via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Je älter die Befragten sind, desto häufiger teilen sie die Meinung, dass die katholische Kirche energisch gegen Missbrauch vorgeht. Im Bild: Proteste bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

Fast jeder zweite Deutsche (49 Prozent) ist der Meinung, dass die katholische Kirche in Deutschland nicht energisch gegen Missbrauch innerhalb der eigenen Reihen vorgeht. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Nur 29 Prozent der Befragten sind gegenteiliger Auffassung; 16 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen.

47 Prozent der Katholiken unzufrieden mit kirchlichem Missbrauchsmanagement

Auch unter den katholischen Befragten ergibt sich ein ähnliches Bild: 47 Prozent von ihnen sind der Ansicht, dass die katholische Kirche in Deutschland nicht energisch gegen Missbrauch innerhalb der eigenen Reihen vorgeht, während 32 Prozent der Kirche ein energisches Vorgehen attestieren. Relativ am besten schneidet der Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen noch bei freikirchlichen Befragten ab: 35 Prozent sehen ein energisches Vorgehen, 32 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Am kritischsten ist die Gruppe der Konfessionslosen: Von ihnen zeigten sich 55 Prozent unzufrieden mit dem Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen in den eigenen Reihen.

Lesen Sie auch:

Je älter, desto zufriedener

Die Erhebung, für die 2.068 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 28. und dem 31. August befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Altersgruppen auf. Je älter die Befragten sind, desto häufiger teilen sie die Meinung, dass die katholische Kirche energisch gegen Missbrauch vorgeht. Während dies in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen lediglich 18 Prozent mit dem kirchlichen Vorgehen zufrieden waren, beträgt der Wert bei den über 60-Jährigen 37 Prozent. In jeder Altersgruppe gab jedoch eine relative Mehrheit an, mit dem Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauch in den eigenen Reihen nicht zufrieden zu sein. 

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Ich bin der Meinung, dass die katholische Kirche in Deutschland energisch gegen Missbrauch innerhalb der eigenen Reihen vorgeht.“  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Redaktion Katholische Kirche

Weitere Artikel

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting