Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach Antwort auf Dubia

Hoping über Franziskus: Ein Pontifikat lehrmäßiger Unklarheit

Der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping analysiert für die „Tagespost“ die Antworten Franziskus‘ auf die Dubia.
Papst Franziskus bei der Weltsynode
Foto: IMAGO/ABACA (www.imago-images.de) | Der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping äußert sich kritisch zu den Antworten des Papstes auf die Dubia von fünf Kardinälen.

Einerseits die Lehre stehenlassen, andererseits eben diese Lehre in der Praxis unterlaufen: So lautet das Urteil des Freiburger Theologen Helmut Hopings über die Antworten des Papstes auf die Dubia, die Franziskus vor Beginn der Weltsynode veröffentlicht hat. Diese Strategie verfolge Franziskus seit Beginn seines Pontifikats, schreibt Hoping in einer Analyse für die „Tagespost“. Bereits vor sieben Jahren habe Franziskus eine Antwort auf vorgelegten „Dubia“ verweigert sodass es bei der „ominösen Fußnote“ in „Amoris laetitia“ geblieben sei.

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Auch bei den jetzigen „Responsa“ habe Franziskus die Fragen der Kardinäle nicht mit einem klaren Nein oder Ja geantwortet. „Vieles bleibt vage und unverbindlich“, so Hoping. Die Beispiele, die Franziskus anführe, um zu zeigen, dass die Offenbarung Gottes aufgrund veränderter kulturellerer Bedingungen neu interpretiert werden könne, gelten laut dem Theologen nicht. „Bei der authentischen Glaubensüberlieferung aber gilt die Regel, dass die Wahrheit des kirchlichen Dogmas nicht von der Relativität seiner kulturellen Prägung abhängt.

Hoping: Der Papst korrigiert sich selbst

Franziskus verbiete auch den Bischöfe approbierte Liturgien zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, womit er, so Hoping, „wohl einer entsprechenden Absicht der deutschen Bischöfe eine Absage erteilt hat“. Aus pastoralen Gründen sei eine Segnung aber möglich – das liege dann im Ermessen des jeweiligen Priesters. Hoping weist darauf hin, dass sich der Papst dabei selbst korrigiere: „Noch vor zwei Jahren hatte er der Veröffentlichung einer Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre zugestimmt, die Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare grundsätzlich untersagte.“ 

Eine Abweichung von seinen Vorgängern konstatiert Hoping bei Franziskus‘ Äußerungen zu „Ordinatio sacerdotalis“. Die Glaubenskongregation hat, wie Hoping referiert, 1995 eine vom damaligen Papst approbierte „Responsio“ veröffentlicht, in der sie bestätigte, dass die Lehre des Dokuments „vom ordentlichen und universalen Lehramt unfehlbar vorgetragen worden ist“. Nach gut zehn Jahren, so Hoping, erweise sich das Pontifikat von Franziskus als ein eines lehrmäßiger Unklarheit, wodurch die Autorität des päpstlichen Magisteriums geschwächt werde.  DT/sdu

Lesen Sie die ausführliche Analyse des Dogmatikers Helmut Hoping zu den päpstlichen Antworten auf die Dubia in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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