Bartholomaios I., der Patriarch von Konstantinopel, hat seiner Hoffnung auf den Dialog der Ost- und Westkirche Ausdruck verliehen. „Natürlich beten wir intensiv für eine Heilung des Schismas im Jahr 1054 zwischen Rom und Konstantinopel“, erklärt der Nachfolger des Apostels Andreas in einem Interview mit dem US-amerikanischen Nachrichtenportal „The Pillar“. Er verweist auf den Dialog zwischen beiden Kirchen, den Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras in den 1960ern angestoßen hatten. „Wir hoffen, dass dieser Dialog reiche Früchte tragen wird“, so der ökumenische Patriarch. Bartholomaios lobt zudem die letzten drei Pontifikate, darunter das „außergewöhnliche Charisma“ Johannes Pauls II. und den „brillanten theologischen Verstand“ Benedikts XVI.
Der ökumenische Patriarch verweist auch darauf, dass die Kirche im nächsten Jahr das 1.700. Jubiläum des Ersten Ökumenischen Konzils feiert. Laut Bartholomäus wird im gemeinsamen Planungskomitee der beiden Kirchen dabei auch die Frage eines gemeinsamen Osterdatums diskutiert. „Der Wunsch nach einem gemeinsamen Festtag beschäftigt unsere Herzen und Gedanken“, so der Patriarch gegenüber „The Pillar“. Man habe diesen Wunsch auch bereits dem Papst gegenüber geäußert. Gleichzeitig sei man sich dem „ernsten und komplizierten Charakter“ dieser Entscheidung bewusst. Eine solche Vereinbarung dürfe „in keiner Weise mehr Spannung zwischen unseren und besonders zwischen den verschiedenen orthodoxen Ortskirchen hervorrufen“.
Ein „teuflischer Krieg“
Im selben Interview hat der Patriarch den russischen Krieg gegen die Ukraine zum wiederholten Mal verurteilt. Der Angriffskrieg auf die Ukraine sei nicht als „heiliger“, sondern als „teuflischer Krieg“ zu bezeichnen. „Nur durch ehrlichen Dialog und friedliche Verhandlungen ist eine echte Lösung in der Ukraine absehbar“, so Bartholomaios. „Dieser Krieg ist eine Niederlage für die Menschlichkeit, wie alle Kriege und Konflikte, und alle Handlungen, die den Frieden untergraben und die Würde der menschlichen Person nicht achten, die die Ikone Gottes selbst ist.“ Alle tragen laut dem Patriarchen die Verantwortung, die Entscheidung für den Krieg und gegen den Dialog deutlich zu verurteilen. DT/sdu
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