Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um „5 vor 12“

Im Synodalblues

Die Debatte um die Besetzung der Synodalkonferenz zeigt: Weiter weg kann man von einer offenen, einladenden Kirche nicht sein. Paradox, dass man immer noch auf die Zustimmung Roms hofft.
Sechste Synodalversammlung
Foto: Synodaler Weg / Marko Orlovic | Der apodiktische Ton, in dem manche Synodale ihre Forderungen vorbringen und Bischöfen über den Mund fahren, irritiert. Welcher Pfarrer könnte sich solche Kopfwäschen im Umgang mit seinen Gemeindemitgliedern erlauben?

Die sechste Synodalversammlung zerfleischt sich in Vorwürfen und Schuldzuweisungen. Vor allem die Besetzung der geplanten Synodalkonferenz entpuppt sich schon ein halbes Jahr vor ihrer Konstituierung als schier unerschöpfliches Minenfeld: Frauenquote? Jugendquote? Hauptamtliche oder Personen, die die Bandbreite des katholischen Lebens repräsentieren?

Lesen Sie auch:

Weiter weg sein kann man nicht von einer offenen, einladenden Kirche, die das Feuer der Glaubensfreude weiterträgt. Paradoxerweise hofft man auf Zustimmung Roms zu einer Satzung, an der manches ZdK-Mitglied am liebsten jetzt schon Änderungen vornähme, um Quoten voranzubringen.

Warnende Stimmen gab es schon vor sechs Jahren

Der apodiktische Ton, in dem manche Synodale ihre Forderungen vorbringen und Bischöfen über den Mund fahren, irritiert. Welcher Pfarrer könnte sich solche Kopfwäschen im Umgang mit seinen Gemeindemitgliedern erlauben?

Der große Synodalblues ist nicht vom Himmel gefallen. Gab es nicht schon vor sechs Jahren warnende Stimmen, denen wache Zeitgenossen entnehmen konnten, dass im deutschen Synodalen Weg Enttäuschungen vorprogrammiert sind?

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Regina Einig

Kirche

Halloween wurde zum Filmthema – und machte den Grusel-Tag hierzulande populär. Ein Horrorfilm spiegelt gesellschaftliche Verhältnisse und hinterfragt Selbstverständliches.
31.10.2026, 11 Uhr
Fabian Bell
Es gibt ab Samstag neue US-amerikanische Selige: Fünf Franziskaner, die 1957 von Ureinwohnern in Georgia ermordet wurden. Der Grund: Sie verteidigten die monogame Ehe.
31.10.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Trotz Widerstand stellt der Kirchengemeinderat von St. Martin in Weingarten seine Pläne zur Neugestaltung des Altarraums vor. Doch es kommt zu einer überraschenden Wendung.
30.10.2026, 15 Uhr
Jakob Naser
Ist es falsch, dass die Kirche sich gegen die Todesstrafe stellt? Nein, denn jeder Mensch hat eine unantastbare Würde. Und zwar nicht erst seit Papst Franziskus.
29.10.2026, 21 Uhr
Maximilian Welticke
Die Texte, mit denen das Glaubensdikasterium auf die Bischofsweihen der Piusbruderschaft reagierte, sind mangelhaft. Aber den Präfekten scheint das nicht zu interessieren.
30.10.2026, 09 Uhr
Guido Horst