Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung „Problematische“ Zustände in den Priesterseminaren

Vatikan lädt alle spanischen Bischöfe nach Rom ein

Es ist ungewöhnlich, dass die gesamte Bischofskonferenz eines Landes, zumal mit fast 80 Mitgliedern, gleichzeitig einberufen wird.
Spaniens Bischöfe beim Papst
Foto: Vatican Media via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Die spanischen Bischöfe bei ihrem letzten Ad-Limina-Besuch im Vatikan im Januar 2022.

Am 28. November werden alle Bischöfe Spaniens an einer Sitzung im vatikanischen Dikasterium für den Klerus teilnehmen. Diese Ankündigung geht aus einer Mitteilung am Ende der Pressekonferenz nach der außerordentlichen Plenarsitzung der spanischen Bischofskonferenz am 30. Oktober hervor.

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In der Mitteilung heißt es: „Joan Enric Vives [Bischof von Urgell] übermittelte die Einladung des Dikasteriums für den Klerus an die Mitglieder der Vollversammlung, an einem Treffen aller Mitglieder der Bischofskonferenz am 28. November in Rom teilzunehmen. Bei diesem Treffen werden die Schlussfolgerungen der Arbeit der Bischöfe diskutiert, die zu Beginn dieses Jahres die Priesterseminare in Spanien besucht haben.“

Ein Schritt, der nicht alltäglich ist

Diese Maßnahme wird als äußerst ungewöhnlich angesehen, da normalerweise nur Teile der Landes-Bischofskonferenzen zu Besuchen im Vatikan einbestellt werden, etwa im Rahmen eines Ad-Limina-Besuchs. Dass alle 78 Mitglieder der spanischen Bischofskonferenz gemeinsam zu einem Treffen im Vatikan reisen, ist alles andere als alltäglich.

Im Februar-März hatten im Auftrag des Dikasteriums für den Klerus die zwei uruguayischen Bischöfe Milton Luis Tróccoli, Bischof von Maldonado-Punta del Este-Minas, und Arturo Eduardo Fajardo, Bischof von Salto, eine Visitation der 45 Priesterseminare in Spanien durchgeführt. Nach der Visitation erstellten sie ein Dokument mit Leitlinien und Verbesserungsempfehlungen, das dem Präfekten für den Klerus, dem südkoreanischen Kardinal Lazzaro You Heung-Sik, übergaben wurde. Bei dem Treffen am 28. November soll es um die „Schlussfolgerungen aus der Arbeit“ der beiden uruguayischen Bischöfe gehen. 

„Sehr, sehr wenige werden verschont"

In Spanien gibt es derzeit 974 Seminaristen, 725 weniger als noch vor zehn Jahren. Laut der spanischen Plattform „Vida Nueva“, die sich auf vatikanische Quellen beruft, gibt es eine allgemeine Besorgnis über den Zustand der Priesterseminare. Es wird erwartet, dass die externe Prüfung der Seminare „problematische“ Ergebnisse aufzeigt. „Sehr, sehr wenige werden verschont“, soll es aus dem Dikasterium für den Klerus geheißen haben. 

Vor einigen Monaten hatte Bischof Jesús Vidal, Vorsitzender der bischöflichen Unterkommission für Seminare und Weihbischof von Madrid, gegenüber „Vida Nueva“ betont, es habe sich „weder um ein Audit noch um eine Überprüfung“ gehandelt. Und Jesús Sánchez García, Rektor des Seminars von Cartagena, fügte hinzu: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können die Türen ohne Angst weit öffnen. Wir sind bereit, notwendige Korrekturen vorzunehmen“. Er äußerte Bedauern über „die sensationslüsterne Berichterstattung, die die Visitation begleitete“.

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