Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Welt&Kirche

Humanwissenschaften funktionieren nicht als Begründung für Segnung homosexueller Paare

Der Synodale Weg beruft sich zur Segnung homosexueller Paare auf die Humanwissenschaften. Doch der Psychologe und Theologe Markus Hoffmann stellt fest: diese widersprechen den Aussagen der Synodalen sogar in Teilen.
Regenbogenfahne vor der Basilika von Vierzehnheiligen
Foto: Nicolas Armer (dpa) | Der Psychologe und Theologe Markus Hoffmann stellt fest, dass sich Humanwissenschaften als Begründung für die Segnung homosexueller Partnerschaften nicht eignen.

Der Synodale Weg beruft sich zur Begründung der Forderung, homosexuelle Partnerschaften zu segnen auf die Humanwissenschaften. Diese hätten eindeutig gezeigt, dass es sich bei Homosexualität und Bisexualität „weder um Krankheiten oder Störungen noch um etwas, was man sich aussuchen kann“ handle.

Lesen Sie auch:

„Vielmehr stellen sie natürliche Minderheitenvarianten sexueller Präferenzstrukturen von Menschen dar“, heißt es im Handlungstext „Lehramtliche Bewertung von Homosexualitat“ des Synodalforums IV. Homo- und Bisexualität würden sich als sexuelle Orientierung während der Pubertät manifestieren und seien dann auch nicht mehr veränderbar. Letztlich – so die Begründung des Synodalen Weges – müsse man auf der Grundlage dieser humanwissenschaftlichen Aussage die bestehende kirchliche Lehre und Tradition fortentwickeln.

Homosexualität nicht angeboren

Ein Blick in die Biologie verrät aber, dass man bis heute nicht den Nachweis erbringen kann, Homosexualität sei angeboren, stellt der Psychologe und Theologe Markus Hoffmann in der kommenden Synodalbeilage Welt&Kirche fest. So komme etwa eine Metauntersuchung aus dem Jahr 2019, in die 477.552 Datensätzen von homosexuellen Personen eingegangen sind, zur abschließenden Aussage, dass die genetische Architektur hinter dem Phänomen der sexuellen Orientierung hochgradig komplex sei und man daraus keine Vorhersage in Bezug auf das Sexualverhalten einer einzelnen Person treffen könne.

Sogar der deutsche Lesben- und Schwulenverband erkläre auf seiner Homepage, dass alle Versuche, Homosexualität in der Biologie des Menschen nachzuweisen, gescheitert seien.

„Will der Synodale Weg Segen bewirken und nicht absegnen, dann sollten sich seine Vertreter den Fragen der Humanwissenschaften seriös stellen“, fordert Hoffmann in dem Artikel. Dann würde man wohl auch nicht nur Menschen in den Blick nehmen, die von der Kirche Segen wünschten, sondern auch jene, die in ihrer sexuellen Orientierung vor ganz anderen Fragen stünden.  Dt/ vwe

Ob homo- und bisexuelle Neigungen laut Humanwissenschaftlern ab der Pubertät tatsächlich unabänderbar sind, lesen Sie in der kommenden Ausgabe von Welt&Kirche. 

Themen & Autoren
Vorabmeldung Synodaler Weg

Weitere Artikel

Ideologie statt Realität: Der Bundesrat will „sexuelle Identität“ im Grundgesetz schützen. Ein Vorhaben, das Frauen, Kinder und die Wahrheit gefährdet.
01.10.2025, 18 Uhr
Franziska Harter
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken zu den Landtagswahlen: Kann, wer „Hass und Hetze“ beklagt, zum Antisemitismus in der Berliner Linkspartei schweigen?
24.09.2026, 12 Uhr
Benjamin Leven

Kirche

Die Kirche in Frankreich erlebt einen Taufboom. Eine synodale Versammlung fragt nach den Gründen. Doch jetzt kommt erst mal der Papst und wird begeistert empfangen.
25.09.2026, 05 Uhr
Guido Horst
Bruder Augustin fährt mit jungen Menschen nach Paris, zum Papst. Mit der „Tagespost“ spricht er über Neutaufen, die marianische Dimension der Papstreise, Berufung und Robert Schuman.
25.09.2026, 08 Uhr
Elisabeth Hüffer
Wie werden aus Getauften Apostel des Friedens? Der Adoratio-Kongress in Salzburg bot Gelegenheit zum geistlichen Training.
24.09.2026, 11 Uhr
Esther von Krosigk
Bischof Matthieu Rougé von Nanterre im Gespräch über den Besuch von Leo XIV. in Frankreich, der wider Erwarten zu einem Großereignis geworden ist.
24.09.2026, 07 Uhr
Guido Horst