Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Polnische Bischöfe zu Unrecht in der Kritik

Obwohl sich viele kirchliche Würdenträger in Polen für ein großherziges Engagement für Flüchtlinge stark machen, stehen sie seit Beginn der Flüchtlingskrise häufig in der Kritik.
Papst Johannes Paul II. reist nach Polen
Foto: dpa | Papst Johannes Paul II. in seiner Heimat: Ohne Christus sei die Geschichte Polens nicht zu verstehen.

Seit Beginn der Flüchtlingskrise stehen die polnischen Bischöfe immer wieder in der Kritik. Bei genauerer Betrachtung ist jedoch zu erkennen, dass diese Kritik zu Unrecht zu hören ist. Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Stanislaw Gadecki, thematisierte in den vergangenen Monaten die Flüchtlingsproblematik häufig in seinen Predigten und Ansprachen. Oft und mit deutlichen Worten appellierte er an die Solidarität seiner Landsleute. Erst kürzlich machte er sich vor Journalisten in Warschau für die Errichtung eines „humanitären Korridors“ in Polen stark. Zudem gibt es Hirten wie den 53-jährigen Erzbischof von Gnesen, Wojciech Polak, die mit großherzigen Willkommensgesten auffallen. Linksliberalen Kräften im Land geht das kirchliche Engagement allerdings nicht weit genug. Sie wünschen sich deutlichere Kritik an der Blockadehaltung der nationalkonservativen polnischen Regierung. Andere wiederum sehen in den Appellen Gadeckis und anderer kirchlicher Würdenträger quasi einen Verrat an der eigenen nationalen und katholischen Sache.
Einen weiteren Beweis, dass Solidarität für Polen kein Fremdwort ist, liefert das Engagement von Caritas Polska. In sechs Hilfszentren werden nach Angaben des Direktors 6000 Flüchtlinge betreut.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 25. Januar.

DT

Themen & Autoren
Bischof Caritas Nationalkonservatismus Polnische Regierungen

Weitere Artikel

Eine Tageszeitung wird 80. „Die Welt“ ist aber auch das publizistische Flaggschiff von Springer. Und dort denkt man verlegerisch schon lange über Deutschland hinaus.
09.04.2026, 11 Uhr
Sebastian Sasse
Ulf Poschardt legt nach seiner Kritik am „Shitbürgertum“ mit einem neuen Buch nach. Nun liest er dem „Bückbürgertum“ die Leviten. Sogar Selbstkritik hat darin Platz – zumindest ein wenig.
17.07.2026, 11 Uhr
Jakob Ranke
Der Mensch braucht Ordnung, sonst findet er nicht zur Freiheit. Das gilt auch bei der Regulierung der sozialen Medien für Kinder und Jugendliche.
22.02.2026, 11 Uhr
Sebastian Sasse

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser